tourberichte


25.04.2013

 

Heringsfresser und ihr letztes Mahl

Ein Teil meines letzten Berichtes könnte ich kopieren.
Wann klingelte der Wecker?
Genau. Um 02:30 Uhr. So auch gestern am 25.04.2013.
Um 03:00 Uhr startete das Auto der Ostsee - Mecklenburger Bucht - entgegen. Für diesen Tag hatte ich mich mit 2 weiteren Anglern zum BB-fischen verabredet.
Um 04:45 Uhr traf ich am vereinbarten Treffpunkt ein. Nur 2 Minuten später kam der erste Angler. Nach einem kurzen Klönsnak ging es an den ausgewählten Spot. Dann aus dem Auto steigen und die Nase in den Wind halten. Eine ganz schöne Welle schlug da ans Ufer.
Da der zweite Angler erst gegen 09:00 Uhr dazustoßen konnte, entschlossen wir uns zunächst die Spinnruten klar zu machen.
Um 05:45 Uhr standen wir im Wasser und mußten im Laufe der nächsten 3 Stunden so manche Welle "aushüpfen". Das sind die Momente wo ich mir wünschen würde mindestens 20 cm größer zu sein!
Aber hüpfen soll ja gesund sein!
Zunächst jubelte mein Mitsreiter nach gut 15 Minuten. Grund war eine wohl knapp maßige Meerforelle. Mein "Petri" kam prompt und wir fischten in Erwartung weiterer Bisse hoch konzentriert weiter. BAM. Die Rute meines Kollegen war krum. Der Fisch war schon deutlich größer. Gemessen haben wir ihn nicht, er mochte so etwa 55 cm gehabt haben. Er war aber spindel dünn und wurde sofort, nachdem der Haken schonend entfernt wurde, seinem Element übergeben.
Nach 5 weiteren Minuten konnte mein Mitstzreiter sich bereits über seine 3. Mefo freuen. Diese wurde ob ihrer Größe aber auch wieder zurück gesetzt. Bis jetzt hatte ich auf meine bewährte Kombi vom Sonntag gesetzt. Nun war es aber an der Zeit, diesen Entschluss zu überdenken. Das tat ich auch und montierte einen grün-gelb-kupfernen Snaps in 25 gr.!
Eine gute Entscheidung, wie ich kurze Zeit später feststellen sollte. Der Blinker war nach dem Auswurf etwa 2 m vor mir, als ich einen großen Schatten sah. Sofort stoppte ich den Köder ab. In diesem Moment gab es einen Schwall und ich sah, wie die Mefo Richtung Blinker abtauchte. RUMS! Die Rute war krum und die Rolle gab bereitwillig Schnu nach. Ein toller Fisch hatte sich den Blinker geschnappt. Zunächst zog sie schräg links in Richtung offenes Wasser. Doch dann drehte sie sich und schwamm blitz schnell Richtung Ufer. Ich kurbelte schnell die Schnur ein. Die Mefo drehte sich wieder und schwamm ganz dicht an den Füßen meines Mitstreiters, der etwa 1,5 m links neben mir stand, vorbei. Plötzlich hatte ich keinen Kontakt mehr.
Die Mefo war ab und hinterließ nur noch zwei verdutste Gesichter.
Was war passiert? Als die Mefo ganz dicht am Bein meines Kollegen vorbei schwamm, hakte die Springerfliege sich am Stiefel der Wathose fest. Es gab nur noch einen Ruck und das Vorfach war unterhalb der Fliege gerissen.
Na das ging ja gut los. Aber keiner von uns beiden hätte anders handeln können. Einfach Pech, sowohl für mich, als auch für die Mefo, die nun meinen Blinker im Maul hatte.
Also die Montage neu geknüpft und das dauert ja bekanntlich, in meinem Alter......
Als neuen Köder hatte ich einen Möre Silda in gold-grün montiert. Auch das war eine richtige Entscheidung, denn schon nach gut drei Würfen konnte ich meine erste Mefo dieses Tages landen. Die Kleine durfte aber wieder schwimmen, genau so wie ihre Schwester gut 20 Würfe später. Immerhin hatte ich jetzt schon 2 Mefos auf meiner Habenseite.
Gegen 09:00 Uhr beschlossen wir zu den Autos zu gehen und die BB klar zu machen. Schon auf dem Weg dorthin kam uns der andere Angler und 3 weitere BB-Fahrer entgegen. Nur eine kurze Begrüßung und jeder ging seiner Wege, die vier Richtung Strand und wir zwei Richtung Autos. Nach gut 30 Minuten, ihr wißt schon, wegen meines Alters, kamen auch wir wieder am Strand an. Bis ich nach einer gefühlten Ewigkeit ( Alter....) endlich im BB saß, paddelte mein Mitstreiter schon 100 m entfernt in der Ostsee. Nun aber los Rolli, dachte ich so bei mir. Zwischenzeitlich hatte ich die Rute gewechselt. Die Ruten-Rollen- und Schnurkombination hatte ich mir am Tage zuvor gerade neu gekauft. Wie würde die "Feuertaufe" wohl ausfallen?
Ich erinnerte mich an die Taufe meiner BALZER Rute mit einer 74-er Mefo und an die meiner SHIMANO Rute mit einer 70-er Mefo. Sollte es vielleicht ein 3. Mal klappen!?
Ich montierte erst einmal eine Gummishad, den mir mein Mitstreiter als "TOP-Köder" überlassen hatte.
Bei etwa 5 m kam der erste Biß. Die Rute bog sich gut durch und die Rolle gab bereitwillig Schnur frei. Nach kurzer Pumparbeit, konnte ich einen gut 60 cm langen Dorsch landen! Das ging ja gut los. Zwischenzeitlich hatten wir uns alle auf dem Wasser getroffen und ein paar Witze rübergeschoben.
Auch das gehört zum angeln dazu. Nach etwa 3,5 Stunden hatte ich 6 schöne Dorsche auf meiner Habenseite. Angler Nr. 3 (Heiko) fischte ganz in meiner Nähe und wir beschlossen gemeinsam etwas dichter unter Land zu fahren. Jetzt wechselte ich wieder auf den Snaps in grün-gelb-kupfer in 25 gr.! Wir paddelten so bei etwa 4 m Wassertiefe parallel zum Ufer entlang, als es wie ein Blitz in meiner Rute einschlug!!!
Die Rute bog sich gleich durch und die Spule der 20-er Rolle drehte sich wie wild! Einen Anschlag brauchte ich nicht mehr zu setzen. Nach etwa 10 m konnte ich den Fisch stoppen. Ein Dorsch konnte es nach meiner Einschätzung nicht sein. Der Fisch ließ sich jetzt unter schweren Pumpbewegungen Richtung meins BB führen. Mein Begleiter konnte das Szenarion keine 10 m von mir entfert mit beobachten. Etwa 3 m vor dem BB tauchte der Fisch auf. Eine Meerforelle! Und keine Schlechte! Sie wälzte sich mehrmals an der Oberfläche und tauchte immer wieder in die Tiefe ab. Die Rute verneigte sich artig und die Rolle gab die erforderliche Schnur frei. Langsam ermüdete meine Gegnerin und ich konnte sie zum Kescher führen. Der erste Versuch gelang und die Maschen umschlossen eine silberne Schönheit. Erst als ich den Kescher aus dem Wasser hob um sie meinem Mitstreiter zu zeigen, nahm ich die volle Größe wahr.
Ein dickes Petri kam zu mir herüber und der Daumen wurde in die Höhe gestreckt.
Ein kurzes abschätzen ergab eine Länge von deutlich über 60 cm.
Die nächsten 15 Minuten bekam ich einfach nicht mehr das grinsen aus dem Gesicht.
Mein Begleiter war zu mir gestoßen und machte sich bei mir am BB fest. Ich übergab ihm meinen Fotoapparat.

        

 

        

 

Während er Bilder machte, hatte er seinen Köder Richtung Grund abgelassen. Plötzlich zerte etwas an der Rute. Der Fotoapparat wurde schnell in die Tasche gesteckt und der Widersacher hoch gepumpt. Ein Dorsch von gut 50 cm Länge war der Übeltäter!
Nach einem kurzen und dringend erforderlichen Landgang, setzten wir die Fischerei fort. Allerdings ohne eines weiteren zählbaren Ergebnisses.
Gegen 16:30 Uhr verabschiedeten wir uns am Strand und wünschten uns für die weiteren Vorhaben viel Petri.
An dieser Stelle noch mal ein Dankeschön an die BB-Flotte!
Es war wirklich toll euch kennen gelernt zu haben.

       

 


Zu Hause zeigte der Zollstock 66 cm, und die Waage 3037 gr. an!

 

  
 

In diesem Sinne verbleibe ich mit einem kräftigen  Petri Heil ihr

Rolf Hehmke


 

 

21.04.2012

 

Ein Tag an dem Träume wahr wurden

Kann es etwas schöneres geben am Sonntag, als ein bimmelnder Wecker um 02:30 Uhr!?
Egal ich wollte es ja nicht anders haben. Um 03:00 Uhr saß ich im Auto und fuhr den Mefos entgegen. Gegen 04:45 Uhr am Ort angekommen. Tackle klargemacht und einen kleinen Fußmarsch zur Küste unternommen. Um 06:00 Uhr stand ich dann im Wasser und fischte watender Weise die Küste nach rechts ab. Mitlerweile war es 06:30 Uhr geworden als ein brachialer Ruck in meine BALZER Magna Matrix Seatrout fuhr.
Die Rute krümmte sich gewaltig und die recht fest eingestellte Rollenbremse mußte Schnur freigeben. Es folgte ein sehr starkes ruckeln am anderen Ende der Schnur. Plötzlich schoß ein gewaltiger silberner Leib aus dem Wasser. WOW!!! Was für eine riesige Mefo!
Doch dann erschlafte die Schnur. Ich holte die Leine ein. Als ich mir den Köder betrachtete fiel mir auf, dass die Springerfliege fehlte. Das Vorfach zur Fliege war gut 10 cm lang gewesen. Jetzt hing dort nur noch ein etwa 2 cm langer Stummel von Schnur, die am Ende ausgefranst war. Die Zähne der Mefo haben der 35-er FC-Schnur mal gezeigt zu was sie in der Lage sind!
Na, dachte ich so bei mir, das fängt ja schon wieder gut an!
Eine viertel Stunde später dann der nächste Fischkontakt. Aber die Bewegungen am anderen Ende waren doch sehr untypisch für eine Mefo. Es war aber dennoch eine Mefo. Diese hatte die Springerfliege genommen und der Drilling des Blinkers hatte sich unterhalb der Fettflosse ins Fleich gebohrt. Beide Haken konnten aber schonend gelöst werden und die Kleine entschwand meinen Händen.
Drei Würfe später dann wieder ein Ruck in der Rute. Kurz darauf lag eine blanke 52-er im Kescher. Der "Anfang" war gemacht.

Aber es sollte noch dramatischer werden!
Nach dem ich zwischenzeitlich noch 2 untermaßige Mefos wieder ihrem Element überlassen konnte, war ich an einer Stelle angekommen, an der rechts und links von mir ein größerer Stein lag. Ich stand genau dazwischen. Der Köder war gerade etwa 60 m entfernt ins Wasser geklatscht, als es auch schon in der Rute ruckelte. Fisch! Kurz darauf lag wieder eine 52-er Mefo im Kescher. Diese war aber recht dünn und rutschte mir beim Haken lösen durch die Finger. Die gleiche Stelle noch mal angeworfen. BAM!!! Das ist ein anderes Kaliber!
Kräftiges ziehen am anderen Ende der Schnur. Der Drill zog sich etwa 5 Minuten hin. Gut 5 m vor dem Kescher konnte ich die Mefo springender Weise in ihrer ganzen Größe sehen. Bingo! Hoffentlich sitzt der Haken gut, dachte ich so bei mir. Tat er und dach 2 weiteren Minuten lag sie im Kescher. 62 cm pures Ostseesilber!
Nachdem ich den Fisch versorgt hatte warf ich wieder in die gleiche Richtung. Fünf Kurbelumdrehungen und BAM! Die Mefo schraubte sich sofort aus dem Wasser. Auch vom Kaliber 60+.
Doch dann löste sich der Haken.
Ich kurbelte den Köder zügig weiter ein. 20 m vor mir wieder ein Zupfen an der Schnur. Spinnstop und ankurbel. Sitzt! Diese Mefo war aber deutlich zu klein. Ich watete gut 20 m weiter nach rechts, aber dort tat sich nichts mehr. Zwischenzeitlich waren gut 8 andere Angler in Sichtweite, also beschloß ich den Weg wieder zurück zu gehen. Ich war gerade wieder an dem Spot mit der 62-er Mefo angekommen da schlug es richtig heftig in der Rute ein. Genau so hart wie der erste Kontakt am Morgen. Doch auch hier saß der Haken nicht richtig. Konnte er auch nicht, wie ich anschließend feststellte. Nein, die Haken ansich waren ok, aber der Haken der Springerfliege hatte einen großen Tobs mittig aufgespießt. Und dieser sah doch sehr zerrupft aus und gab auch kein Lebenszeichen mehr von sich!
Vermutlich hatte ich den Tobs aufgespießt und in dem Moment ist die große Mefo auf diesen eingestiegen.


Dann bekam ich noch eine kleine süße Mefo, die natürlich weiter wachsen durfte. Anschließend hatte ich noch ein nettes Gespräch mit ein paar Angler. An dieser Stellen vielen Dank dafür. Einer von ihnen durfte sich dann auch als Fotograph betätigen.
Das Resüme das ich schließen konnte:
8 Mefos gefangen, etwa gleich viele im Drill verloren und noch mal gut 10 weitere deutliche Zupfer. Und das in knapp 3 Stunden!!!
Ihr seht.
Ein Tag an dem Träume wahr wurden.


P.S.
Entnommen Mefo 62 cm und 52 cm

 

In diesem Sinne verbleibe ich mit einem kräftigen  Petri Heil ihr

Rolf Hehmke



 

 

06.04.2012

 

Zeit wird es

Ja, es wird wirklich Zeit. Der letzte Bericht liegt schon ein paar Tage zurück. Leider ist mir die letzte Zeit viel dazwischen gekommen, so daß ich bezüglich der Angelei etwas kürzer treten mußte.

Doch nun wieder ein aktueller Bericht.

Gegen 12:30 Uhr bin ich am zuvor gewählten Angelplatz angekommen. Herlichster Sonnenschein und leicht schräg ablandiger Wind mit gekreuselter Wasseroberfläche erwarten mich. Gegen 13:00 Uhr kam noch ein Angler, der sich gut 100 m rechts von mir postierte. Nach gut 20 Minuten sah ich, wie er sich im Drill mit einer Meerforelle befand. Die Kescherlandung klappte und es war gut zu erkennen, dass sie deutlich das Mindestmaß überschritten hatte. Ein Petri unbekannterweise noch dazu.
Um 13:55 Uhr hatte ich einen kurzen Anfasser. "Fischalarm!!!" , ging es durch meinen Kopf. Erstmal ganz kurz den Köder, einen Gno 27 gr. , die eine Seite farbig in rot-gelb-grün, die andere Seite in silber, beschleunigt, um dann einen Spinstop einzulegen. Nach etwa 2 Sekunden beschleunigte ich den Köder wieder und ein leichter Ruck, gefolgt von Schüttelattacken, ging durch meine Rute. Unter der Rutenspitze sah ich sie das erste mal und der Entschluss zur Handlandung war schnell gefaßt. Die Süße, es handelte sich um eine Meerforelle, war wohl knapp unter dem Mindestmaß, so dass ich den Haken noch im Wasser aus dem Maul entfernen konnte. Mit einem leichten Schwall verabschiedete sich die Kleine, begleitet von einem Gruß ihre Eltern vorbei zu schicken.
Doch ich sollte auf eine harte Gedultsprobe gestellt werden. Gegen 16:15 verließ ich erstmal die Fluten. Einerseits um einem menschlichen Bedürfniss, welches keinen Aufschub mehr duldete, nachzugehen, andererseits auch um die leckeren Brötchen und die süßen Riegel, die meine Liebste mir beim Abschied noch zusteckte, zu genießen. Sie übergab mir diese mit der Bitte, ihr doch auch was mit zu bringen.
Ich versprach mein Bestes zu geben.
So in Gedanken versunken verging die Zeit und als ich auf die Uhr sah war es schon 17:00 Uhr. Zeit die Pirsch auf die silberne Schönheit fortzusetzen.
Kurze Zeit später, der Himmel hatte sich inzwischen mit Wolken verhangen und eine steifere Briese strich über das Wasser, sah ich etwa 100 m links von mir einen anderen Angler ins Wasser gehen. Gekonnt wedelte er die Fliegenrute, was angesichts der zunehmenden Windstärke mit Sicherheit nicht einfach war. Einige Minuten später sah ich aus dem Augenwinkel, daß die Fliegenrute krumm war. Leider nicht sehr lange und der anschließende Wortlaut ließ keinen Zweifel an der Unmut aufkommen!
Voller Tatendrang, ob der anwesenden Meerforellen, holte ich zum nächsten Wurf aus. Der Gno flog aber außergewöhnlich weit. Sch....., Schnurbruch. Also einen neuen Köder montiert. Ich entschloss mich einen Snaps 27 gr. , in grün-weis zu montieren.
Inzwischen war es 17:55 Uhr geworden und zum widerholten male flog der Snaps dem Horizont entgegen. Als er etwa 30 m von mir entfernt war, merkte ich einen leichten Stupser. Gleiches Ritual. Beschleunigen, sacken lassen und beschleunigen, ..... BBBAAAMMM!!! Die Bremse hatte ich eigentlich recht straff eingestellt, aber sofort wurden mir 5 m Schnur von der Rolle gerissen. Boah dachte ich, was für ein Ruck! Doch dann ließ die Gegenwehr schon nach und meine Keschermaschen umschlungen eine Meerforelle von 48 cm. Ich war einfach nur baff ob der Gewalt des Bisses und der ersten kraftvollen Flucht. Bei der Größe des Fisches eine absolute Meisterleistung!
Der Haken saß in der unteren Maulspitze. Nach dem Versorgen ging es frohen Mutes an die Fortsetzung. Sollte etwa noch mehr gehen!?
Die Antwort bekam ich etwa 20 Minuten später. Wieder ein kräftiger Ruck in der Rute. Dieses mal aber ohne Vorankündigung. Der Anhieb kam prombt und mein Widersacher legte sein ganzes Gewicht in die Waagschale. Kein Kopfschütteln, keine Sprünge, nur schweres hin und her ziehen. Das ganze begleitet von einigen kurzen Fluchten bei der die Spule bereitwillig Schnur nach gab. Schließlich führte ich die Meerforelle über den Kescher und ein fettes Grinsen durchfuhr meine Gesichtszüge. Der Haken saß sauber in der Maulspalte. Nach dem Versorgen kam der andere Angler, welcher sich als ein Bekannter aus dem Internet outete, näher und wir plauderten noch ein Weilchen. An dieser Stelle gebe ich gerne ein Dankeschön für das nette Gespräch an ihn zurück! Sauber, so soll es sein. Gemeinsam maßen wir die Meerforelle und der Zollstock zeigte 58 cm an. Das anschließende "Petri" von ihm nahm ich dankend entgegen! Ich versprach ihm, wenn ich jetzt noch eine Meerforelle fangen würde, dann sollte diese für seine Mühen und für das tolle Gespräch sein. Nun ja, der Wille war da. Leider mußte er 5 Minuten später den Heimweg antreten. Ich versuchte mein Glück noch eine halbe Stunde weiter, ohne jedoch einen weiteren Fischkontakt zu haben.

Fazit: Karfreitag.. ? Da war doch mal was?
Genau. Vor 4 Jahren am 21.03.2008, es war ebenfalls an Karfreitag, hatte ich auch den richtigen Riecher für den richtigen Spot. Damals war es aber ein anderer!

In diesem Sinne verbleibe ich mit einem kräftigen  Petri Heil ihr

Rolf Hehmke

P.S.   Fotos gibt es leider nicht, da die Kamera zu Hause im warmen lag!!!


05.04.2010

 

Ein "magischer Tag" (05.04.) wird entzaubert

Tja, so ist es mit der Magie. Sie wirkt solange auf uns, bis sie entzaubert ist.

Bei Jörg, übrigens mein erster Guiding Gast, und mir war es heute soweit. Nachdem der 05.04. mehrmals für uns die Magie vom Fang einer BIG MAMA bereit hielt, war es heute leider nicht so. Aber was heißt hier eigentlich leider. Macht ein solcher Tag nur der Fang einer großen Meerforelle zu einem magischen Tag? Sicherlich nicht!

Nachdem Jörg und ich uns für heute verabredet hatten, sollte es mit dem Boot an die Südküste der schönen Insel Poel gehen. Diese Entscheidung viel nach eingehender Recherche aller Wetterumstände. Und so wurde auch dieser Tag zu einem "Fangtag".

Bei Windstärken von gut 4 bf aus West, brachten wir das Boot zu Wasser. Schnell die Sachen verstaut und ab ging es der Meerforelle entgegen. Die ausgewählten Stellen waren gekennzeichnet von ausgedehnten Seegrasfelder mit einzelnen Sandabschnitten.  Ein gutes Revier für die Meeforellenpirsch im Frühjahr. Nach fünf Minuten Fahrt war schon der erste Platz erreicht. Der Anker ging zu Wasser und wir machten die Ruten startklar. Bei dem Wind waren schöne Wellen auf dem Wasser, aber gerade diese waren an diesem Tag der Schlüssel zu Erfolg. Denn es war dadurch auch eine gute Strömung im Wasser vorhanden. Nach 10 Minuten konnte ich die erste Meerforelle landen. Sie biß auf eine selbst hergestellte Springerfliege.

Da die Kleine eindeutig das Mindestmaß von 45 cm unterschritt, setzte ich sie sofort zurück. Kein Fotoshoting. Keine fünf Minuten später landete Jörg seine erste Meerforelle des Tages. Auch sie durfte, in anbetracht ihrer "Größe", wieder zurück ins Wasser. Gebissen hatte sie auf einen Blinker in den Farben rot/schwarz. Das "Petri" von mir war noch nicht verklungen, da hatte Jörg schon den nächsten Fisch am Band. Allerdings war auch dieser Fisch aus dem "Kindergarten". Also Stellungswechsel. Doch zunächst wollte sich keine Meerforelle mehr zum Landgang überreden lassen. Nach weiteren zwei Stellen konnte Jörg wieder einen Biß vermelden. Dieses mal war die Meerforelle mit 46 cm maßig und durfte mit.

 

Erfolgsköder war auch hier wieder der Blinker in den Farben rot/schwarz. Ein eindrucksvoller Beweis für die Fängigkeit dieses Köders. Und Jörg untermauerte diese Theorie sofort mit dem Fang seiner vierten Meerforelle, die allerdings auch wieder zu klein war und somit weiter wachsen darf. Zwischenzeitlich hatte ich auch auf die Farbe gewechselt. Mit Erfolg, denn ichkonnte meine zweite Meerforelle landen. Leider war auch diese Schönheit zu klein für den Landgang. Der Wind ließ jetzt merklich nach und wehte mit nur noch 2 bf aus West. Die Sonne kam hervor und die Meerforellen suchten das Weite. Wir konnten keinen weiteren Biß verzeichnen. Eine Kogge fuhr an uns vorbei und grüßte uns zum Abschied.

Gegen 18:00 Uhr beendeten wir das Unterfangen "BIG MAMA".

Wir schauten uns an und der Zauber des 05.04. war entgültig gebrochen!

In diesem Sinne verbleibe ich mit einem kräftigen  Petri Heil ihr

Rolf Hehmke

 

29.03.2010

 

Kölner am Ostseestrand

Für heute haben sich Frank Sieber und sein Sohn Lenni zum "Schnupperkurs" angemeldet. Auch wenn keine "waschechten" Kölner, so waren sie dennoch eine Frohnatur. Nach einer kurzen theoretischen Einweisung ging es an einen Strandabschnitt in der Lübecker Bucht. Allerdings wollten wir dort nicht angeln. Vielmehr wollte ich den Beiden einen TOP - Strandabschnitt zur Meerforellenpirsch zeigen und ihnen einen Einblick von der einzigartigen Naturkulisse unserer schönen Küste in M-V vermitteln. Anschließend ging es zu einem nahegelegenen Strandabschnitt, da dieser zum Zeitpunkt der Pirsch weniger von hohen Wellen geprägt war. So war es auch möglich den Köderkontakt, der sehr wichtig bei der Meerforellenfischerei ist, zu gewährleisten. Bevor es mit dem angeln los ging, erstmal ein Foto für das Album.

Während der ersten viertel Stunde korrigierte ich ab und zu noch mal den Wurfstil bei den Beiden. Aber als "eingefleischte" Spinnfischer, hatten die Jungs es bald drauf. Jeder von ihnen bekam ein anderes Gerät zum fischen. So war es möglich, daß sich jeder von ihnen einen persönlichen Eindruck von der unterschiedlichen Handhabung des jeweiligen Tackels machen konnte. Nur wenn jemand ein "Händchen" für die Rute und Rolle hat ist er in der Lage erfolgreich damit umzugehen. Das stellten auch meine Gäste fest. Das übliche Geschirr für die hiesige Pirsch unterschied sich doch sehr von dem Gerät zur Meerforellenangelei. Unermüdlich durchschnitt die Schnur das Wasser. Der Köder immer auf der Suche nach dem begehrten "Ostseesilber". Nach gut einer Stunde konnte Frank einen Fischkontakt vermelden, der leider nicht den erwünschten Abschluß im Kescher fand. Es schien ein guter Fisch gewesen zu sein, denn der Biß war hart, aber kurz. Nach einer weiteren Stunde ohne Fischkontakt rief der Koch, in Person des Guides, zum Mittagsmahl. Da es zur Zeit noch recht kühl ist, kam eine warme Kartoffelsuppe gerade recht. Dazu noch eine heiße Tasse Tee und die Gemüter srtahlten heller als der Himmel, der noch wolkenbehangen war. Nach dem Essen folgte noch ein kleiner Plausch. Meine Gäste fühlten sich sichtlich wohl. Nur die Meerforellen wollten heute nicht so recht mitspielen. Etliche Angler, die uns begegneten, klagten über keinerlei Fischkontakte. So ist`s halt manchmal mit unseren "Diven"! Leider konnten auch wir, bis auf einen zaghaften Zupfer an meiner Rute, keinen vorzeigbaren Erfolg verbuchen. Für einen Guide sicherlich nicht das Schönste, wenn seine Gäste ohne Fisch den Tag beenden. Aber die beiden Frohnaturen nahmens mit Humor. Am frühen Abend verabschiedeten wir uns und die Beiden verprachen mir, wenn sie wieder in der Gegend sind, mich zu kontaktieren. Kein Problem für mich, haben "wir" doch noch eine Rechnung offen mit dem Küstensilber von M-V!

 

In diesem Sinne verbleibe ich mit einem kräftigen Petri Heil ihr

Rolf Hehmke

 

 

11.03.2010

 

"Fast" gleiche Stelle - gleiche Welle

Nachdem es in der letzten Woche so gut geklappt hat, habe ich mich für heute mit Malte verabredet. Für ihn war es in diesem Jahr die erste Tour. Außerdem unsere erste gemeinsamme Meerforellentour!

Wir verabredeten uns zu um 10:30 Uhr. Am Treffpunkt beratschlagten wir einen Moment ob der zu befischenden Stelle, denn der Wind kam nicht wie letzte Woche aus Nord-West, sondern aus West. Und das mit 3 bf. Wir entschlossen uns zwar an der selben Küste wie ich sie zuvor befischt hatte zu angeln, allerdings ein paar Kilometer weiter östlich. Da es sich bei dem Strandabschnitt um eine Bucht handelte, hatte wir hier schräg von links kommend einen auflandigen Wind. Dieses mal war der Himmel aber stark bewölkt und das Wasser immer noch nur 1 °C kalt. Also entschlossen wir uns zu Ködern in "Schockfarbe"! Schockfarbe hieß bei dem klaren Wasser rot/schwarz! Die richtige Entscheidung, wie wir Stunden später feststellen konnten.

Um 12:25 Uhr halte von Malte ein Ruf zu mir rüber. 

Biß !!!

Nach gut 5 Minuten Drill, die ich mit ihm genoss, konnte ich die Meerforelle in den Kescher bugsieren. Ein kräftiges "Petri Heil" an Malte und der Anblick der Meerforelle, ließen Malte über das ganze Gesicht strahlen.

 

Kein Wunder bei diesem schönen Fisch!

Nachdem der Fisch versorgt war, legte ich naß Maßband an. 63 cm!

Anschließend machten wir noch ein paar Würfe und verließen dann das Wasser um unsere gefrorenen Füße, durch einen 30 minütigen Fußmarsch am Strand, wieder aufzuwärmen. Zur Stärkung noch ein paar Schokoriegel und eine Tasse Tee und dann ging es wieder weiter. Lange Zeit tat sich jedoch nichts, bis.... ja bis ich gegen 15:30 Uhr eine brutalen Biß hatte!

Sofort setzte ich den Anhieb! Ein heftiger Kopfstoß am anderen Ende der Schnur und das rotieren der Spule an meiner Rolle waren die Reaktionen der Meerforelle. Als das Wort Biß verhalt war, federte die Rutenspitze zurück. Der Fisch war ausgestiegen.

Es sollte nicht sein. Die Meerforelle schätzte ich auf 65 - 70 cm. Zu einem anderen Schluß konnte ich nach dem Biß nicht kommen. Nach weiteren 15 Minuten fischen, verließen wir das Wasser. Schnell noch ein paar Fotos von Malte mit seiner 63-er. Der Mageninhalt ergab 2 Garnelen und etliche Tangläufer! Dann ging es zu den Autos. Wir verabschiedeten uns und ich wünschte Malte noch einen guten Appetit bei den leckeren tief-orangenen Fischfilets.

Und nun noch ein paar Bilder!

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein Petri Heil, ihr Rolf Hehmke

 

 

04.03.2010

Es geht was - Meerforellenfieber!

 

Wie geplant, habe ich gestern am 04.03.2010 meine "Mefoversuchstour" durchgeführt.

Als ich bei der Wismarer Bucht um 10:30 Uhr ankam, wehte schon eine gute Brise aus Nord. So etwa 3 bf.
Ein Gleichgesinnter stand schon im Wasser und versuchte sein Glück. Da er sehr weit im Wasser stand (auf einem Riff ), ging ich noch etwa 300 - 400 m weiter Richtung Nord. An einer Stelle, wo das fischen bei dem Seitenwind noch möglich war, ging ich ins Wasser. "Versuchsköder" war ein Snaps Draget 25 gr. rot/schwarz. Nach 10 Minuten mußte ich feststellen, daß der Wind noch mal ne ordentliche Schippe zugelegt hatte. Er blies jetzt mit gut 4-5 bf aus Nord.
Nach weiteren 10 Minuten und gut 8 Gewaltwürfen entschloss ich mich, an dieser Stelle das angeln abzubrechen. An eine kontrollierte Köderführung war nicht im Ansatz zu denken.
Also eine neue Stelle anfahren. Aber wohin bei dem Nordwind!
Da fiel mir ein, daß ich zuvor an einem Strandabschnitt vorbeigefahren bin, der leicht im "Windschatten" lag, am Wochenende noch mit einer Eisdecke verschlossen war und jetzt "Eisfrei" war.
Diese Stelle zeichnet sich durch einen geringeren Salzgehalt und durch Seegrasfelder aus. Aufgrund des geringeren Salzgehaltes und der Lage war der Küstenabschnitt auch recht lange mit Eis bedeckt.
Als ich dort ankam und zum Strand ging, erwarteten mich viele Eisschollen am Ufer, einige Wellen schräg von links auflandig und etliche Schwäne. Schwäne, Seegras?
Da sollte doch was gehen. Dank meiner überragenden Körpergröße ( nur 1,70m ), kam ich bis etwa 10 m an die Seegrasflächen heran. Das sollte reichen. Das fischen war nicht einfach, denn ich mußte dem Köder, wieder der
Snaps Draget 25 gr. rot/schwarz , ordenlich Schwung verleihen, daß er die von mir anvesierten 60 - 70 m schaffte. So konnte ich den Köder eine längere Strecke über die Seegrasfelder führen. Zwischenzeitlich war es schon 13:30 Uhr geworden und die Sonne schien mir auf den Pelz. Wäre der kalte Wind nicht gewesen, ich hätte vor lauter "Entspannung" garnicht konzentriert fischen können.
Dank des Windes und der damit verbundenen Wellen, mußte ich meine Arme immer recht hoch halten. Es gibt sicherlich entspanntere Körperhaltungen.
Meine Gedanken schweiften um den Köder, der unermütlich seine Bahnen durch die knapp 1°C kalte Ostsee zog.
Wie aus dem NICHTS, durchfuhr meine Rute ein Schlag.
Meerforellenkontakt!
Das Adrenalien und da werden mir die meisten zustimmen, schoss mir schlagartig in die gefrorenen Glieder!
Nach kurzem Drill konnte mein Watkescher eine pralle silberne Schönheit von 53 cm Länge umschließen.
Ich versorgte den Fisch und angelte konzentriert weiter. Aber ein weiterer Fischkontakt war mir leider nicht mehr vergönnt.
Um 15:45 Uhr verließ ich das Wasser, um das Ostseesilber noch ins rechte Licht zu bringen.
Anschließend trat ich die Heimfahrt an.
Der Mageninhalt der Meerforelle ergab:
1x Grundel (Aalmutter ?) 3 cm
1x Grundel (Aalmutter ?) 5 cm
1x Tobiasfisch 15 cm
1x Plötze 11 cm
Das Fleisch war "intensiv orange"! ( schließt auf den Verzehr von Krustentieren z.B. Garnelen)
Und nun noch ein paar Bilder zur Motivation!

 

 

 

 

 

16.01.2010

3 in 1 - Meerforellen in Beißlaune!

Fotos und Text: Jörn Wittenberg ( www.angeln-fehmarn.de )

 

Fehmarn, 12.12.2009

Training, Disziplin oder Talent? Was ist eigentlich die wichtigste Komponente um Erfolg zu haben? Diese Frage ist schwer zu beantworten. Aber eins ist sicher, nur wer am Wasser ist, hat eine realistische Chance einen Fisch zu fangen. Und genau deshalb hieß es Samstag für mich früh aufstehen und ab auf die Autobahn. Mein Plan es in Strandhusen zu versuchen ging allerdings mächtig daneben. Weit und breit keine Silberflosse in Sicht. Also zurück zum Auto und ab auf die Insel.

Bei gefühlten minus 2 Grad und einem Nordost-Wind, der es durchaus in sich hatte, war es gar nicht so leicht einen passenden Strand zu finden. Bei starken Winden aus östlichen Richtungen ist häufig viel Seegras im Fehmarnsund unterwegs und das Wasser ist angetrübt. Doch vor Ort sah die Sache mal wieder ganz anders aus. Der Sund war durchströmt von glasklarem Wasser und der für vormittags angekündigte Schneegraupel blieb zum Glück aus. Auch die DGzRS drehte ihre Runden. Normalerweise kreuzt hier die John T. Essberger rund um die Insel. An diesem Tag war es aber die Hannes Glogner mit ihrem Tochterboot Flinthörn, ein Reservekreuzer auf wechselnden Stationen. 

 

Kaum stand ich im Wasser, hatte ich es auch gleich mit ziemlich frechen Grönländern zutun und es kam zu heftigen Attacken auf meinen langsam geführten Blinker. Der erste silberblanke Grönländer hing kurze Zeit später am Haken und wurde gleich wieder in die 8 Grad kühle Ostsee entlassen. Weitere Attacken folgten, bis ein heftiger Biss kurz nach dem Auswurf für weiche Knie sorgte. Durch die Kopfstöße in Richtung Grund war mir schnell klar, worum es sich handelte. Nach zwei Fluchten, die mich einige Meter Schnur gekostet hatten, kam eine mächtige weiße Flanke unter der Wasseroberfläche in Sichtweite. Ein Küstendorsch-und was für Einer! Bei locker 4 Meter Wassertiefe in Wurfweite allerdings durchaus keine Ausnahme im Winter. Nun stand ich recht nah am Ufer und überlegte mir ob ich den Fisch lieber stranden sollte. Meine rechte Hand ging dann aber doch auf den Rücken in Richtung Kescher, was sich eindeutig als die falsche Entscheidung herausstellte! Der Dorsch nahm Anlauf zu einer dritten (und letzten) Flucht und der Drilling schlitzte aus. Tja, es gibt Tage da verliert man und es gibt Tage da gewinnen die Anderen.
Macht aber nichts, die Grönländer hielten mich weiter in Atem und ein Platzwechsel kurz vor Einbruch der Dunkelheit brachte mir neben einem weiteren Grönländer dann noch einen schönen 50er Küchenfisch. Beim Ausnehmen kam dann ein 15cm langer Hering zum Vorschein. Ähnlich wie bei einer Mamuschka-Puppe spukte der Hering wiederum den nächsten Fisch aus, einen 4cm langen Stichling. Auf die Untersuchung des Mageninhaltes beim Stichling habe ich dann allerdings doch verzichtet. Wer weiß, vielleicht wäre eine 6mm große Dorsch-Larve kurz vor der Metamorphose zum Vorschein gekommen ;-)

Die braunen Fische, die in den letzten Wochen das Bild beherrschten, scheinen übrigens gänzlich verschwunden zu sein. Alle Grönländer waren silberblank und in sehr guter Kondition! Und zum Glück waren sie auch recht griffig an diesem Tag.

Kurz vor Jahreswechsel haben sich meine nächsten Guidingkunden angesagt und ich bin gespannt wann die ersten großen Überspringer in Wurfweite kommen...

 

 

 

 

 

 

 

20.09.2009

Ein Tag zum genießen

 

 

Endlich fanden Martin und ich wieder einen Tag zum gemeinsammen angeln. Geplant hatten wir die Tour schon seit längerer Zeit, aber immer wieder kam etwas dazwischen. Heute sollte es nun soweit sein.  Nachdem wir uns an dem verabredeten Treffpunkt trafen, düsten wir gemeinsam der Küste entgegen. Als wir dort ankamen, breitete sich eine große glitzernde Wasserfläche vor uns aus. Ein leichter Wind aus westlichen Richtungen, kräuselte die Wasseroberfläche. Perfekte Bedingungen  für eine "Naturködertour", darin waren wir uns einig. Nachdem Martin seine Sachen aus dem Auto entladen und ich das Boot startklar gemacht hatte, stachen wir in See. Sozusagen "dem Butt entgegen"!

Am ersten Spot angekommen, ließen wir die Montagen zum Grund. Doch was war das? Das Boot trieb nicht mit den Wellen, sondern gegen sie! Wir staunten nicht schlecht, als wir diese Strömungsverhältnisse bemerkten. Aber was soll`s.  Nach gut 10 Minuten konnte ich den ersten Biß verzeichnen. Erst ein leichtes zittern in der Rutenspitze, dann ein stärker werdendes zupfen. Der Anhieb saß und die Spitze bog sich gut durch. Mein Gegner schien ein gutes Format zu haben. Kurz darauf tauchte die Siluette eines Plattfisches auf. Martin nahm den Kescher zu Hand. In dem Moment schlitzte der Haken aus dem Fischmaul und eine wunderbar gezeichnete Scholle von gut 50 cm Länge tauchte wieder hinab dem Grund entgegen. Na egal, Fisch war jedenfalls da. Kurze Zeit später konnte Martin einen "Kindergartendorsch" wieder in sein Element entlassen. Dann tat sich etwa 30 Minuten nichts. Wir verlegten das Boot und begannen die Drift bei gut 8 m Wassertiefe. Sofort hatte ich Fischkontakt und der erste "Flachmann" konnte gelandet werden.

     

  Kurz darauf bekam ich auf meinen beiden Ruten gleichzeitig einen Biß.

Ich hatte sozusagen "alle Hände voll zu tun"! An einer Rute hörte das beißen auf, an der anderen Rute zappelte was. Das Ergebnis:

Auch Martin behielt seine Ruten ständig im Auge.

    

"Da zuppelt doch was" sagte Martin. Und richtig. Auch er kann seinen ersten maßigen Fisch des Tages landen. "Petri" Martin!

   

Jetzt geht es Schlag auf Schlag.

Erst lege ich vor,

dann kontert Martin nach.

Auch an meiner Buttlöffelmontage läuft es super.

    

Zwischenzeitlich verirren sich auch ein paar Dorsche an die Angel. Die meisten sind aber deutlich unter dem gesetzlichen Mindestmaß von 38 cm.

Als Martin seine Montage hochkurbelt um den Köder zu kontrollieren, schießt plötzlich ein Fisch von unten auf den Köder. Nach einem anfänglichen Schreck, kann der Täter jedoch dingfest gemacht werden!

  

    Martin der "Hornischreck" !

So wechseln sich die Platten mit den "Minidorschen" und Hornis ab.

Gegen 16:00 Uhr kann ich noch eine "Rotgetupfte" landen. Nein, keine Bachforelle!!!

 

Etwa 10 Minuten nach dem Fang der Scholle, hat Martin plötzlich einen großen Fisch an der Angel. Leider schlitzt der Haken aus. Gut 15 Minuten später das selbe Spiel. Die Rute bei Martin ist krumm, die Bremse der Multi locker genug eingestellt und trotzdem schlitzt auch dieser Fisch wieder aus. Die Enttäuschung steht Martin ins Gesicht geschrieben.

Anschließend nehme ich meine Spinnrute zur Hand, um eventuell auch noch einen von den kleinen "Marlinen" zu bekommen. Ich habe gerade das zweite mal den Blinker ausgeworfen, der Köder ist schon kurz unter der Oberfläche in Sichtweite, da taucht ein großer dunkler Rücken auf und verfehlt den Köder nur um Haaresbreite!

Der Adrenalinspiegel in meinem Blut erhöht sich schlagartig. Martin feuert mich an. "Den bekommst du noch", lauten seine Worte. Nächster Wurf. Der Blinker taucht gut 30 m vor mir ins Wasser. Sofort schließe ich den Bügel und beginne mit dem einholen. Schlagartig reißt es meine Rute rum und die recht straff eingestellte Bremse meiner Shimano Twin Power 5000 FA heult auf! Im selben Moment schnellt die Rute wieder zurück. Auf dem Boot sind nur lange Gesichter zu sehen. Die Meerforelle, und um eine solche hat es sich 100 %ig gehandelt, hatte mit Sicherheit das Kaliber einer Kapitalen!

So dicht liegen manchmal Freud und Leid beieinander.

Aber was heißt hier Leid. Unser Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Martin und ich konnten noch weitere 5 maßige Dorsche verhaften. Ein wirklich grandioser Abschluß eines wirklich tollen Angeltages. Das Wetter tat sein übriges. Ob es jetzt wohl einen "Süchtigen" mehr gibt?

Wir verabschieden uns auf dem Parkplatz und verabreden uns schon jetzt zu einer weitern gemeinsamen Tour.

Zwei Tage später ruft mich Martin an und berichtet mir, daß er jetzt "süchtig nach Butt sei"! Ich hab`s geahnt! Und auch seine bessere Hälfte konnte dem maritimen Fang etwas abgewinnen. "Ein kulinarischer Höhepunkt", so die Meinung der Beiden.

Recht haben sie.

In diesem Sinne verbleibe ich mit einem kräftigen Petri Heil ihr

Rolf Hehmke

 

05.04.2009

Schon wieder der 05.04. ! Big Mama Tag!!!

 

 

Den Film mit dem täglichen Gruß des Murmeltier kennen sicher alle.

Gewisse Parallelen gibt es auch bei uns. Aber der Reihe nach.

Nachdem ich gestern leider erfolglos eine Schlepptour mit Jörg unternommen habe, soll heute alles besser werden. Jörg meint noch scherzhaft: „Heute ist der 05.04., erinnerst du dich noch an den selben Tag im Vorjahr?"

Na wie könnte ich den vergessen, hat doch der liebe Jörg am 05.04.2008 seine 73-er Meerforelle gefangen. „Siehst du" sagt Jörg, „heute ist auch wieder der 05.04. Ich habe so ein gutes Gefühl!" „Ich habe nichts dagegen", sage ich.

Gegen 09:30 Uhr lassen wir das Boot zu Wasser. Nachdem wir die 5m Tiefenlinie erreicht haben, bringen wir die Köder aus. Links am Scherbrett einen Apex, rechts am Scherbrett einen Kussamo Blinker. Zusätzlich lassen wir noch an den Meerforellenruten freilaufend Wobbler hinter dem Boot aus. Bei der linken Angel 40m, betückt mit einem Rapala in Firetigerfarbe, Tauchtiefe 3,5m. Die rechte Angel ebenfalls 40m. Als Köder einen Rapala in Rainbowfarbe, Tauchtiefe 3,0m. Mittig wird die Rute ca. 50m ausgelassen. Köder hier ein Rapala in Heringsfarbe, Tauchtiefe 1,5m.

Nach 5 Minuten der erste Biß an der Wobblerrute mit Firetigerfarbe. Leider steigt der Fisch sofort wieder aus. Keine 3 Minuten später hat Jörg an der Wobblerrute mit Rainbowfarbe einen Biß. Auch dieser Fisch sitzt leider nicht am Haken.

Na hoffentlich geht das nicht so weiter, denken wir. Doch lange brauchen wir uns darüber keine Gedanken machen, denn nur 2 Minuten später erfolgt ein Biß auf den Apex. Dieses mal können wir den Fisch landen. Eine 46-er Meerforelle. Wir beglückwünschen uns gegenseitig. Der Anfang ist gemacht. Der Fisch ist gerade versorgt, da erfolgt ein Biß auf der Wobblerrute mit Firetigerfarbe. Ein 50-er Dorsch ist das Resultat. So kann es weiter gehen, denken wir uns. Und so geht es weiter. Biß am Scherbrett mit Kussamo Blinker. Nach der Landung des Fisches können wir die 2. Meerforelle des Tages vermelden. Ein toller Fisch mit 50 cm liegt vor uns.

Kaum ist der Fisch versorgt, schlägt die Rute mit Firetigerfarbe aus. Ein besserer Fisch ist eingestiegen. Der Drill dauert an der Meerforellenrute schon länger. Doch nach gut 2 Minuten taucht mein Widersacher hinter dem Boot auf. Ein Dorsch. Nach der Landung zeigt das Maßband 60 cm. Perfekt! In den nächsten 30 Minuten passiert nichts und wir genießen erst mal ein leckeres Brötchen und eine Tasse Kaffee. Der letzte Bissen ist kaum die Kehle hinunter, da gibt es einen Biß am Scherbrett mit Kussamo Blinker. Der Drill ist unspektakulär und wir lösen die sichtbar untermäßige Meerforelle noch im Wasser vom Haken. Nur eine Flunke saß knapp in der Oberlippe. Keine 10 Minuten später ein Biß auf den Apex. Auch Meerforelle Nummer 4 können wir landen. Auch sie ist sichtbar untermaßig. Wir staunen immer wieder, wie so kleine Meerforellen den doch recht großen und lebhaft laufenden Apex attackieren und dann auch noch den großen 3/0 Einzelhaken im Fischmaul Platz findet. Schonend lösen wir den Haken und setzen die kleine „Kamikazemefo" zurück in ihr nasses Element. Wir sehen noch den Schwanzschlag der kleinen Meerforelle, als Jörg`s Rute mit dem Wobbler in Rainbowfarbe ausschlägt. Jörg nimmt die Rute in die Hand und beginnt den Drill. Noch bevor wir den Fisch sehen, verzeichne ich einen Biß an der Rute mit dem Kussamo Blinker. Strike! Doppeldrill! Jörg sein Fisch wird zuerst gelandet. Dorsch Nummer drei ist das Ergebnis.

Gut 45cm groß und Kugelrund. Schnell raus aus dem Kescher, denn etwas silbernes nähert sich dem Boot. Meerforelle Nummer 5 findet den Weg in den Kescher.

Mit 53 cm ein wirklicher Grund zur Freude. Die Uhr zeigt 14:15 Uhr an, als wir etwa 50 m neben uns eine klare Strömungskante erkennen. Wir schauen uns an und sind beide der Meinung: Da müssen wir hin. Kaum sind wir in der Strömungslinie, da schlägt es wie ein Blitz in die Shimano Speed Master, die mittig im Boot steht und den Wobbler in Heringsfarbe führt, ein. Die Rute ist zum Halbkreis gebogen und die Spule der Quantum Cabo rotiert in schwindelerregender Geschwindigkeit.

„ Beide Wobblerruten raus", lautet mein Ruf an Jörg. Den Fisch kann ich bei der Fahrt so nicht halten. Ich beschließe den Motor abzuschalten. Der Drill beginnt! „DA!!!" ruft Jörg. Weit hinter dem Boot schraubt sich die Meerforelle aus den Wasser. Leider habe ich es nicht sehen können, denn ich bin voll auf die rotierende Rollenspule fixiert. Langsam kann ich den Fisch stoppen. Nach und nach gewinne ich wieder Schnur auf die Rolle. Jörg hat inzwischen alle Ruten eingeholt. So kann ich ohne Einschränkung den Fisch drillen. Nach gut 5 Minuten taucht aus dem hier 6m tiefen Wasser eine silberglänzende Siluette auf. Doch sofort wird die Rutenspitze rum gerissen und die Rollenspule rotiert erneut. So geht es noch weitere drei mal. Dann endlich können wir die Meerforelle zum Kescher führen. Die Maschen umschließen den Silberbarren. Und als sie dann im Boot liegt, entfährt uns ein lauter Jubelschrei. Wir umarmen uns und ich nehme gerne die Glückwünsche von Jörg entgegen. Nachdem ich die Meerforelle waidgerecht versorgt habe lege ich dass Maßband an. 71 cm! Wir schätzen den Fisch auf gut 8 Pfund. Dann sehen wir uns an und uns fällt nur ein Satz ein.

Schon wieder der 05.04. ! Big Mama Tag!!!

 

 

 

  

 

 

 

Und noch etwas hat sich wiederholt.

Vor 4 Jahren war der erste Fisch, den ich mit meiner Meerforellenrute von Balzer, der Magna Matrix MX9, gefangen hatte auch eine Meerforelle von 74 cm und 10,5 Pfund.

Und so musste es auch wohl dieses mal sein. Der erste Fisch mit der

Shimano Speed Master 300 MH ist diese traumhafte 71-er Meerforelle.

Wahnsinn!

Nach gut 10 Minuten und der jetzt 6. gefangenen Meerforelle, beginnen wir wieder mit dem schleppen. Kaum sind die Köder ausgebracht, da kann Jörg einen Biß an der Rute mit dem Apex vermelden. Nach 2 Minuten liegt die 7. Meerforelle im Boot. Gut 50 cm lang und drall in der Figur. Jörg versorgt den Fisch und ich bringe den Köder aus. Ich bin noch am auslegen des Köders, da vernehme ich einen Zug am anderen Ende. Der Fisch sitzt und kurz darauf zappelt wieder eine untermäßige Meerforelle in meinen Händen. Behutsam löse ich den Haken des Apex und setze Meerforelle Nummer 8 in ihr Element zurück. Wir drehen noch eine Schleife und schleppen jetzt in entgegengesetzter Richtung. „Biß" ruft Jörg. Ich nehme die Rute mit dem Kussamo Blinker in die Hand. Auch dieser Fisch ist nicht groß und die kleine silberne Schönheit kann sich zum Glück noch kurz vor dem Boot selbst von Haken befreien.

Wir schauen uns beide an und können es kaum glauben. Was für ein Tag. Aber schon werden wir wieder aus unseren Gedanken gerissen. Die Rute mit dem Apex vermeldet Fischkontakt. Und so kann ich kurze Zeit später die 9. Meerforelle landen. 52 cm und wohl genährt. Das Fanglimit an Meerforellen ist für uns erreicht und wir beschließen den Törn abzubrechen. Die Uhr zeigt jetzt 16:30 Uhr. Bei der Rückfahrt schwelgen wir noch in der Erinnerung an den spannenden Drill der großen Meerforelle und wir können uns ein breites Grinsen nicht verkneifen.

„siehst du", sagt Jörg, „Ich hab es doch gesagt. Heute geht was. Es ist der 05.04. und was machen wir im nächsten Jahr am 05.04.?!" Wieder grinsen wir uns an.

So geht ein fantastischer Angeltag, mit einem noch größeren Fangerfolg für uns zu Ende. Und wer weis. Vielleicht behält Jörg ja mit dem 05.04. recht?!

In diesem Sinn. Petri Heil!

 

20.12.2008

Tourbericht

Wie verabredet, traf ich mich mit Frank um 07:30 Uhr.
Ein bischen müde schauten wir schon noch drein.
Nach ausgiebigen Studium der zur Verfügung stehenden Medien, entschieden wir uns für die Westseite der Wismarer Bucht. Grundlage unserer Entscheidung waren die vorherschenden starken westlichen Wind und die örtlichen guten Strömungsverhältnisse.
Nach einen 1- stündigen Smaltalk, ging es dann endlich dem Fisch entgegen. Zunächst stand aber ein 20 minütiger Fußmarsch an.
Bei der Ankunft an "unserer" Stelle, montierten wir unsere Köder. Auf Grund der doch recht heftigen Briese von der Seite, entschloß ich mich für einen Snap Draget in 25 gr. Die Farbwahl viel auf rot/schwarz.
Das Wasser war mäßig eingetrübt und so gingen wir, auch angesichts der "kleinen" Wellen, recht vorsichtig an unseren Spot. Um 10:15 Uhr hatte ich dann den ersten Fischkontakt. Kurz darauf platschte eine kleine Mefo neben mir. Der Haken saß fest im Maulwinkel, so dass ich den Fisch aus dem Wasser heben mußte. Dabei legten wir auch noch schnell das Maßband an. 43 cm. Und tschüß bis nächstes Jahr.
Es war 10:50 Uhr, als ich den nächsten Fischkontakt vermelden konnte. Wieder eine Mefo und von der Größe her die Zwillingsschwester. Gemessen wurde sie aber nicht, sondern gleich nach dem abhaken ins Wasser zurück gesetzt. Nach gut 30 Minuten entschlossen wir uns watender Weise die Stelle zu wechseln. Frank ging hinter mir. Als ich mich kurz umdrehte sah ich, wie Frank sich schüttelte. Was war passiert? Genau in dem Moment, als er ein Bein hob um über einen Stein zu schreiten, erfaßte ihn eine große Welle von hinten und ...... platsch lag er im Wasser. Der Kopf war noch über Wasser, aber alles andere unterhalb der "magischen" Wasserlinie! Wasser lief von oben in die Jacke und auch, trotz Watgürtel, teilweise in die Wathose. Sein Gesicht sprach Bände! Wir schritten ans Ufer. Dort legten wir erst mal eine Mittagspause ein. Es gab lecker Wurtstulle mit Tee und als Snack einen Schokoriegel. Aber auch dieses "Leckerlie" änderte nichts an dem Abbruch des Angeltages für Frank. Gesundheit geht halt vor und so verließ mich Frank um 12:30 Uhr.
Ich machte noch gut 20 Minuten Pause und entschloss mich dann wieder, an dem Hot Spot in die Fluten zu steigen. Aus dem Augenwinkel sah ich einen anderen Angler am Strand sich mir nähern. Und just in dem Moment gab es einen Ruck am anderen Ende der Rute. Nach gut 2 Minuten lag eine schöne 47- er Meerforelle im Kescher. Als ich sie verorgt hatte stellte ich frustriert fest, daß der andere Angler sich gut 20 m rechts neben mir befand und fleißig schräg in meine Richtung warf!!! Da der heftige Wind von links kam, ging das natürlich garnicht. Ergebnis: 3 x "feindlichen" Köderkontakt zwischen unseren Ködern! Leute gibt`s! Also warf ich schräg gegen den Wind und schwupps hatte ich Fischkontakt. Mefo Nr. 4 war am Band. Da auch diese scheinbar untermaßig war, konnte sie sich bald wieder an ihre Freiheit erfreuen. Es war inzwischen 14:00 Uhr geworden und der "nette Nachbar" verließ scheinbar frustriet ob meiner Fangerfolge wortlos das Wasser.
Ich fischte noch gut 30 Minuten an der Stelle weiter, aber mußte dann, dank des immer stärker werdenden Windes, an dieser Stelle das Angeln einstellen. Ich ging gut 800 m weiter südlich wieder ins Wasser. Hier war die Brandung nicht mehr so stark. Ein anderer Angler gesellte sich zu mir und wir stellten fest, daß wir im Frühjahr schon einmal gemeinsam in den Fluten der Ostsee standen. Es war jedenfalls ein sehr angenehmer Zeitgenosse! Wir ließen schon gut 20 Minuten an der Stelle unsere Köder fliegen, als ich wieder einen Fischkontakt vermelden konnte. Kurz darauf lag eine pralle 46-er Mefo im Kescher. Es war jetzt schon 15:55 Uhr und es fing an zu schummern. Nach weiteren 10 Minuten dann mein sechster Fischkontakt. Auch diese Mefo konnte ich bei geschätzten 44,9 cm, wieder in die Fluten entlassen. Anschließend verließen wir das Wasser und schritten langsam und versunken in angenehmen Gesprächen, unseren Fahrzeugen entgegen. Dort verabschiedeten wir uns. Ich ließ noch einmal meinen Blick über die Küste meines Erfolges schweifen und trat dann auch die Heimreise an.

 

 

05.04.2008

 

Wie fängt man eine „BIG MAMA“ ?

 

Heute ist Samstag der 05. April 2008. Gestern haben Jörg und ich uns zu einer Mefo-Tour verabredet. Nach ausgiebigen Studium aller verfügbaren Daten entschlossen wir uns in der Wismarer Bucht unser Glück zu versuchen.

Bei der Planung spielte hauptsächlich die Windrichtung und die damit verbundene Strömungsrichtung eine Rolle. Die Wetterfrösche hatten für den Tag drehende Winde von SW auf NW und nicht stärker als 3 bf vorhergesagt. Was die Windstärke betraf, war dass der einzige Irrtum bei den Prognosen.

Gegen 10:00 Uhr treffen Jörg und ich uns an der verabredeten Stelle. Die Zeit war gut gewählt. Einerseits hatten unsere Frauen bei einem gemeinsamen Frühstück mit uns noch etwas von uns, andererseits waren wir so ausgeschlafen und konnten voller Konzentration unser Vorhaben in die Tat umsetzen.

Bei unserer Ankunft bläst der Wind schon mit gut 3 bf aus NW und ist damit schräg Auflandig. Die ersten 30 m ist das Wasser eingetrübt, danach nur noch schwach trübe. Allerdings regnet es inzwischen. Aber das kann uns natürlich nicht abschrecken, sind doch alle anderen Wetterumstände mit uns!

Nachdem wir unser Tackle montiert haben, schreiten wir frohen Mutes unserer ausgewählten Stelle entgegen. Der Wasserstand ist auch recht niedrig, so das wir bis an eine 100 m entfernte Krautkante kommen. Ein idealer Standort für die Mefofischerei im Frühjahr. Tiefes Wasser ist in Wurfweite. Ein weiterer Grund für unsere Stellenwahl. Denn die jetzt vorkommenden Heringe haben meistens auch größere Meerforellen im Schlepptau!

Um 10:45 Uhr sind wir im Wasser. Jörg montiert einen Köder in silber/grün, ich einen in silber/grün/weis. Und los geht es. Gegen 11:10 Uhr verspüre ich einen heftigen Schlag in der Rute. Sofort reagiere ich mit einem Anhieb. Schlagartig wird die Rute krumm und die Bremse meiner Shimano Twin Power 5000 FA fängt an zu singen. Aber nicht lange, denn schon nach gut 5 Sekunden schnellt die Rute wieder in die gestreckte Position. Schade, denn das war ein wirklich guter Fisch. Keine 5 Minuten später verspüre ich wieder einen Schlag in  der Rute. Auch hier reagiere ich sofort uns schlage an. Allerdings ist mein Gegner schneller, denn schon beim Anhieb befindet sich der silberne Leib einer gut 60-er Meerforelle keine 20 m vor mir in der Luft! Der Haken verläßt dann auch sofort das Maul der Meerforelle und der Köder klatscht vor meinen Füßen ins Wasser. Na hoffentlich geht das nicht so weiter, denke ich so bei mir. Ich drehe mich zu Jörg und sehe, wie er gerade eine Meerforelle versorgt. Super Jörg, der Anfang ist gemacht. Und mit dem Anfang ist auch der langanhaltende Bann des „Schneiders“ gebrochen! Voll motiviert fliegt auch mein Blinker wieder in die Fluten. Als der Köder gut 10 m vor mir ist, wird er attackiert. Der Fisch wehrt sich heftig, ist aber nicht sehr groß. Vor meinen Füßen erblicke ich dann eine knapp 45-er Meerforelle, die ich dank des leichten Sitzes des Haken, noch im Wasser befreien kann. Mit einem Schwanzschlag verabschiedet Sie sich wie ein Blitz. Anschließend gehen wir erst mal ans Ufer, um einem dringenden Bedürfnis nachzugehen. Schnell noch eine Stulle verdrückt und ab geht’s in die Fluten. Wir schauen uns an und uns ist klar, das es heute noch ein sehr erfolgreicher Tag werden wird. Kurz darauf attackiert etwa 30 m vor mir eine Meerforelle meinen Köder. Nach kurzem Drill liegt sie in den Maschen meines Kescher. Das Maßband zeigt 49 cm und ich versorge den Fisch. In der nächsten Stunde passiert nichts mehr. Der Wind hat auch schon zugenommen und weht jetzt mit strammen 4 bf aus NW. Erste Schaumkronen bilden sich. Ich verlasse noch mal das Wasser, um einen Happen zu essen. Als ich am Strand ankomme und mich umschaue, sehe ich Jörg, mit einer mächtig krummen Rute, im Drill stehen! Es scheint bei ihm richtig RUMS gemacht zu haben! Keine 20 m vor ihm schraubt sich ein großer silbriger Leib aus dem Wasser. Nach gut 5 Minuten erfolgt sein erster Kescherversuch, aber die Meerforelle nimmt noch mal Fahrt auf. Immer noch ist die Rute krumm wie ein Bogen! Erneut greift Jörg zum Kescher. Und dann sehe ich, wie er den Kescher hebt.

Der Fisch ist im Kescher! Was folgt ist ein lauter Jubelschrei aus Jörg`s Kehle. Das wiederum lässt mich erahnen, dass es sich bei dem Fisch um ein ordentliches Kaliber handeln muß. Jörg kommt auf mich zu und 20 m vor mir sehe ich einen großen Fisch im Kescher! Dann liegt die Meerforelle am Strand. Es ist eine echte „BIG MAMA“!!! Sofort legen wir das Maßband an. 72 cm pures Ostseesilber! Und gut genährt noch dazu! Die Waage zeigt fast 10 Pfund, genau sind es 4,85 kg! Ein Dauergrinsen steht dem Jörg ins Gesicht geschrieben. Aber angesichts solch eines Traumfisches darf man auch ruhig im Kreis grinsen. Ich wünsche Jörg ein kräftiges „Petri Heil“ und klopfe ihm auf die Schulter. Dankend schüttelt er meine Hand. Nachdem der Fisch versorgt ist, geht es noch mal ins Wasser. Das Wasser ist gut

20 cm gestiegen. Die Wellen sind auch noch höher geworden und ich erreiche gerade noch so die markante Krautkante. Kurz darauf gesellt sich auch Jörg wieder zu mir. Nach 10 Minuten hat Jörg einen Biß, aber der Fisch kann sich nach 5 Sekunden wieder befreien. Auch der Fisch war nicht schlecht. Aber das lässt sich angesichts des heutigen Fangerfolges verschmerzen. Es vergeht kaum eine Minute, da rumst es auch in meiner Rute. Der Fisch wehrt sich heftig. Kurz vor dem Kescher springt die Meerforelle mehrere Male aus dem Wasser. Aber das nutzt ihr nichts, denn kurz darauf umschließen sie die Maschen des Kescher. Das Maßband zeigt 48 cm. Der Fisch ist kugelrund. Das lässt auf einen vollen Magen schließen. Nach 15 Minuten beschließen wir, noch mal an den Strand zu gehen. Dabei bemerken wir, dass das Wasser noch mal gut 10 cm gestiegen ist. Auch die Wellen sind recht hoch. Nur mit großer Anstrengung und Jörgs Hilfe komme ich durch die hinter uns liegende Rinne. Allerdings nicht ganz ohne Wassereinbruch. Aber was soll`s. Wir beschließen angesichts der Tatsache, dass wir beide einen guten Erfolg haben und ich die Stelle ohnehin nicht mehr erreichen werde, unseren Angeltag zu beenden. Gut gelaunt gehen wir zu unseren Fahrzeugen zurück. Nachdem alles verstaut ist, verabschieden wir uns. Dabei steht uns beiden aber immer noch ein breites grinsen im Gesicht. Am Abend ruft Jörg bei mir an und berichtet mir, dass die große Meerforelle einen Hering von 20 cm im Magen hatte. Das war sie, die BIG MAMA, der HERINGSFRESSER!!!

Mein „Kugelfisch“ hatte 3 Sprotten und einen großen Sandaal im Magen.

Als Fazit bleibt festzustellen, dass wieder einmal eine ausgiebige Aquise ausschlaggebend für den Erfolg war!

 

In diesem Sinne,

PETRI HEIL

 

 

 

 

21.03.2008

 

Sag mir wo die Angler sind, ........

 

Irgendwie hatte ich so ein Gefühl. Heute geht was! Der Entschluss am heutigen Tag, Karfreitag den 21.03.2008, doch noch an die Ostsee zu fahren und meinen silbernen Lieblingen nachzustellen, reifte in mir beim morgendlichen gemeinsamen Frühstück mit meiner Frau. Eigentlich hatten die Wetterfrösche in Funk und TV stürmische Winde angesagt. Aber im Internet lass es sich ganz anders. Schwache Winde aus Süd, Schauer aus Hagel und Graupel. Dazu noch Regen. Eigentlich perfektes Meerforellenwetter, sagte ich zu meiner Frau. Sieh sah mich nur ungläubig an und schüttelte den Kopf. Aber das „Einverständnis“ bekam ich dennoch.

Also schnell die Sachen im Auto verstaut und dann ab Richtung Wismarer Bucht. Dort empfing mich Bewölkung mit teilweisen Sonnenstrahlen. Also nichts wie ins Wasser. Ich gesellte mich zu einem Fliegenfischer. Das tat ich mit der Bemerkung, dass ich auch meinen Kopf einziehe. Er sagte nur, dass er dann, wenn der Haken beim Rückschwung fäßt, wenigstens Kontakt haben würde. Ich entgegnete ihm, dass die Freude darüber aber sehr einseitig und von kurzer Dauer sei. Und schon schwang ich meine Blinkerrute neben ihm. Er kam aus der Nähe von Hamburg. So fischten wir gut 30 Minuten gemeinsam und fachsimpelten über den Fang von Meerforellen.

Anschließend verließ ich ihn, um mein Unternehmen alleine fortzusetzen. Das Wasser war heute recht hoch und der Wetterdienst hatte noch steigende Wasserstände vorhergesagt. Auch war das Wasser recht trübe und von einer bräunlichen Färbung. Ich entschloss mich den montierten Gladsax Wobbler 27 gr. in grün/silber zu entfernen und einen Snap Draget 25 gr. grün/silber/weis zu montieren.

Selbst das weis war im Wasser eher als ein grau zu erkennen. Gegen 13:50 Uhr kam ich an eine mir markant vorkommende Stelle an. Ich wusste, dass an dieser Stelle recht tiefes Wasser bis dicht an das Ufer reichte. Beim dritten Wurf spürte ich einen leichten Zupfer. Sofort reagierte ich, in dem ich den Köder leicht absacken ließ und gleich darauf wieder beschleunigte. Aber nichts geschah. Den nächsten Wurf setzte ich in die gleiche Richtung, begann aber sofort und schnell mit dem einholen des Köders. Und genau an der Stelle, an der zuvor der Zupfer zu verzeichnen war, erfolgte der Biß! Die Meerforelle katapultierte sich immer wieder aus dem Wasser. Ihr Leib war mehr über, als unter Wasser. Dennoch hielt der Haken und ich konnte nach bangen zwei Minuten die Meerforelle keschern. Sie war gut maßig und ich versorgte Sie sofort. Das angelegte Maßband zeigte 49 cm. Der Auftakt war gemacht. Ich warf erneut aus und im selben Moment war die Rute wieder krumm. Auch diese Meerforelle kämpfte mehr in der Luft, als im Wasser. Vor dem Kescher sah ich eine gut 45-er Meerforelle. Die Handlandung gelang und ich löste den Haken noch im Wasser. Dankend verabschiedete Sie sich mit einem Flossenschlag. Nach weiteren fünf Würfen bekam ich wieder einen Biß. Dieser Fisch war etwas größer, denn die Gegenwehr war doch heftiger. Aber auch diese Meerforelle kämpfte mehr über, als unter Wasser. Nach drei Minuten schlossen sich die Keschermaschen um eine blanke 52-er Schönheit. Nachdem auch dieser Fisch versorgt war, fischte ich noch weiter an der Stelle. Aber eine weitere Meerforelle wollte sich nicht mehr überzeugen lassen. Also ging ich ans Ufer, um den Moment noch mal in ruhe zu genießen. Dabei viel mir auf, dass weit und breit kein weiterer Angler zu sehen war.

Bei meinen anderen Besuchen an dieser Stelle, konnte ich immer mehr als 13 Angler zählen und das Lied „Sag mir wo die Meefos sind, wo sind sie geblieben!“ singen. Heute hätte der Text geheißen:

„Sag mir wo die Angler sind, wo sind sie geblieben!“ Na mir sollte es recht sein. Zwischenzeitlich hatte auch das Wetter sich geändert und die versprochenen Schauer prasselten unaufhörlich auf die Wasseroberfläche. Nach meiner „Besinnungspause“ ging es wieder ins Wasser. Ich watete fischender weise immer weiter die Küste entlang. Dabei viel mir auf, dass der Wasserstand schon erheblich gestiegen war. Es herrschte jetzt auch eine kräftige Strömung, welches sich am rotierenden Blinker unter der Rutenspitze und am „schwebenden“ Netzt des Watkeschers im Wasser bemerkbar machte. Tja und eine Strömung bringt ja bekanntlich auch Fisch. Und gegen 15:20 Uhr war`s dann auch wieder so weit. Ein kräftiger Schlag durchfuhr meine Rute. In einer Entfernung von gut 40 m schraubte sich eine schöne Meerforelle aus dem Wasser. Nach 4 Minuten lag auch dieser Fisch sicher in dem Kescher und das anschließende messen ergab glatte 59 cm. 60 hätte sich sicherlich besser angehört und auch gelesen, aber es waren halt „nur“ 59! Aber was heißt hier „nur“? Ich hatte angesichts des Fangerfolges ein breites grinsen im Gesicht! Jetzt ging es ab an den Stand und schnell noch ein paar Bilder gemacht. Ich packte danach alle Sachen zusammen, ließ meinen Blick noch einmal über die Ostsee mit ihren verborgenen Bewohnern schweifen und stiefelte Richtung Auto. Der Strand stand jetzt bis auf wenige Meter vollkommen unter Wasser. Von Mittag bis 16:00 Uhr war das Wasser gut 60 cm gestiegen. Das war nicht nur am fast überschwemmten Strand zu erkennen, sondern auch an den zuvor noch sichtbaren, jetzt aber vom Wasser umschlungenen Steine. Ein fantastischer Angeltag neigte sich dem Ende. Für mich bleibt die Erkenntnis, das die „Zicken“ die Strömung lieben und auffällige Köder im trüben Wasser der Schlüssel zum Erfolg sind.

 

 

 

09.07.2007

Guidingtour auf Fehmarn

Für heute haben mein Guidingkunde Jürgen Herold und seine Freundin Petra eine Tour gebucht. Die Beiden kommen aus der Nähe von Frankfurt / M und möchten gerne in die "Geheimnisse des Watangelns auf Meerforelle und das Brandungsangeln" eingewiesen werden. Wir treffen uns nach vorheriger Absprache gegen 08:00 Uhr am Hafen von Großenbrode. Erst mal ein freundliches "Hallo" an die Beiden und dann begeben wir uns zu einem nahegelegenen Bäcker, der auch ein paar kleine Tische mit Stühle vor seinem Laden hat. Jürgen holt erst mal 3 Kaffee und ich lege schon die mitgebrachten Info-Mappen, die jeder Gast von mir erhält, auf den Tisch. Nun beginnt der ausführliche theoretische Teil des Guidings. Elementarer Bestandteil des Erfolges ist nämlich ein solides Grundwissen. Da sich die Beiden nicht nur für die Mefopirsch, sprich dem Watangeln mit der Spinnrute, interessieren, folgt im Anschluß noch die Vorstellung des Brandungsangeln. Dabei bleibt keine Frage der Beiden unbeantwortet. Sicherlich ist die Fülle der Informationen zunächst beeindruckend, aber mit der Info-Mappe hat der Gast ja immer sein "Nachschlagewerk" zur Hand. Und nach und nach verfestigt sich das Wissen immer mehr in den Köpfen. Zwischenzeitlich hat Petra auch noch für jeden ein Stück Kuchen geholt und auch Jürgen hat mit dem Nachschub an Kaffee voll ins schwarze getroffen. Gegen 12:00 Uhr ist der theoretische Teil abgehandelt. Fragezeichen hat von den Beiden keiner mehr in den Augen! Dann begeben wir uns zu der Unterkunft der Beiden, einem ganz tollen Wohnmobil. Hier packe ich den mitgebrachten Campingtisch und die belegten Brote aus und wir genießen die Mittagspause in vollen Zügen. Dabei lacht uns die Sonne förmlich ins Gesicht. Ich nutze noch die Gelegenheit, um den Beiden an Hand von Karten und Broschüren, einige erfolgsversprechenden Angelstellen zu zeigen. Nachdem die Brote verzehrt sind, landen noch ein paar Sachen der Beiden in meinem Auto und ab geht`s nach Heiligenhafen. Dort wollen wir uns noch mit ein paar Wat- und Seeringelwürmer eindecken. Als wir den Laden betreten, sehe ich so ein leuchten in den Augen der Beiden. Und so kommt es wie es kommen muß. Wir verlassen den Laden nach gut 2 Stunden zwar ohne die Naturköder, denn die hatte der Laden leider nicht mehr, aber mit 2 nagelneuen Balzer Meerforellenruten, 2 Shimanorollen nebst gefüllten Spulen, und ein paar Kleinigkeiten wie Blinker Spirolinos und Fliegen. Dann kaufte Petra noch schnell ein paar Fischbrötchen und frisch geräucherte Sprotten und ab ging es zum Auto. Meine Bemerkung, "das wir jetzt ja wenigstens schon mal Fisch hätten", quitierten die Beiden mit einem breiten Grinsen. Leider geriet mein Zeitplan jetzt etwas aus dem Ruder. So entschloß ich mich, den Beiden erstmal eine wunderschöne Angelstelle an der Ostküste von Fehmarn zu zeigen. Diese Stelle ist immer für eine Meerforelle gut. Anschließend baute ich noch meinen Tisch auf und servierte den Beiden meine mitgebrachte Kartoffelsuppe mit Würstchen. Dem Gesichtsausdruck der Beiden konnte ich entnehmen, dass ich auch hier die richtige Wahl getroffen hatte. Als Nachtisch wurden dann noch ein paar der geräucherten Sprotten verspeist. Gegen 19:30 Uhr packten wir wieder alles zusammen und fuhren zum Strandabschnitt, den ich mir für die abendliche Fischerei ausgesucht hatte. Dort angekommen wurde erstmal das Brandungsgeschirr und das Mefogeschirr ausgepackt. Ich demonstrierte den Beiden die Montage des Spirolinos und der Blinkermontage. Anschließend übten die Beiden fleißig, das von mir gesagt, in die Tat umzusetzen. Betreffend des Wurfstils und der Köderführung brauchte ich nach 15 Minuten keine Korrekturen bei den Beiden mehr vornehmen. Die Beiden waren halt "Naturtalente"! Petra warf den Spirolino immer wieder in die Fluten und Jürgen schaute mir bei der Montage der Brandungsruten über die Schulter. Dabei erläuterte ich noch die eine oder andere Entscheidung. Nachdem der Wind, als wir gegen 20:30 Uhr am Strand ankamen, kaum 2 bf betrug, frischte er jetzt doch recht stark auf. Also wurden die Brandungsruten mit Ködern ausgestatten und ab damit ins Wasser. Petra stellte auf Grund des starken Windes und des immer stärker werdenden Krautganges, die Fischerei ein. Dennoch kam kein Verdruss bei den Beiden auf.

Nachdem wir den Sonnenuntergang genossen und noch eine Montage im Wasser ließen, brachen wir gegen 00:15 Uhr das Angeln ab. Leider ohne den erhofften Erfolg, aber der Krautgang wurde einfach immer mehr. An ein vernünftiges Angeln war kaum noch zu denken. Wir packten also alle Sachen ins Auto und fuhren zurück nach Großenbroden. Nach dem Entladen der Sachen von Petra und Jürgen und nach einem kurzen Gespräch, verabschiedeten wir uns ganz herzlich.

Ich denke, dass die Beiden jetzt ein fundiertes Grundwissen an die Hand bekommen haben. Und ich wünsche den Beiden noch einen schönen Urlaub und vielleicht sieht man sich noch mal wieder. Und dann, wenn die Wetterumstände erfolgsversprechender sind, wird auch von den Beiden das "Ostseesilber" gehoben!

Dafür wünsche ich den Beiden viel Petri Heil!

 

 

25.05. - 26.05.2007

Guidingtour in der Wismarer Bucht

Es ist Freitag der 25.05.2007. Mein Guidinggast Andrè Gottschalk und sein 14 jähriger Sohn, haben bei mir ein Guiding gebucht. Da die Beiden aus dem Raum Magdeburg kommen, habe ich für Sie eine schöne Unterkunft in der Nähe von Boltenhagen besorgt. Die erforderliche Angellizenz habe ich Andrè zuvor per Brief geschickt. Andrè möchte mit seinem Sohn vier Tage an der Ostsee verweilen. Gegen 15:30 Uhr treffen wir uns an einer Tankstelle. Kurzes Vorstellen und ab gehts zur Küste. Hier erfolgt durch mich eine theoretische Einweisung in die Besonderheiten der Meerforellenpirsch. Für jeden der Beiden habe ich eine umfangreiche Informationsmappe erstellt. So lässt sich auch später das erworbene Wissen immer wieder nachlesen und auffrischen. Nachdem ich die Mappen übergeben habe, steuern wir erst mal eine Steilküste an. Hier erkläre ich den Beiden die Besonderheiten dieses Hot Spots. Sehr aufmerksam hören mir die Beiden zu. Anschließend fahren wir nach Boltenhagen. Hier entladen wir unser Geraffel und stiefeln kurze Zeit später, meinen gewählten Hot Spot im Auge, die Küste entlang. Als wir an meinem gewählten Platz ankommen, ruhen die Beiden sich erst mal aus, denn der Fußmarsch von ca. 2 km machte angesichts des schwülen Wetters doch mächtig zu schaffen. Ich baue erst mal unser kleines Camp auf, denn wir wollen hier die Nacht verbringen. Gegen 19:30 Uhr ist alles aufgebaut und wir steigen gemeinsam in die Fluten. Andrè und Flori haben jeweils eine Rute von mir bekommen. Diese Combis bestehen aus der Rute Magna Matrix Seatrout von Balzer, 3,10 m und 10 - 45 gr WG und den Rollen Twin Power 5000 FA von Shimano und der Cabo 40 von Quantum. Als Köder wählen wir rot/schwarze Blinker. Nach ein paar kurzen Wurfkorrekturen durch mich, übernehmen die Beiden das Heft des Handelns. Nach gut einer halben Stunde dann ein ganz dummes Gesicht bei Flori. Seine Wathose hat Wassereinbruch beim rechten Bein. Wir beschließen erst mal das Wasser zu verlassen. Am Strand beratschlagen wir die weitere Vorgehensweise. Fakt ist, daß Flori mit der Hose nicht weiter fischen kann. Zum Glück habe ich immer ein paar Ersatzsocken und Hosen dabei. So ist Flori schnell wieder "trocken gelegt"! Die Beiden entschließen sich, sich für die nächste Zeit abzuwechseln. Jeder soll ca. 30 - 45 Minuten fischen und dann ist "Wathosenwechsel"! Zuerst begeleite ich Andrè ins Wasser. Es dauert auch nicht lange und er kann einen Biß verzeichnen. Die "Weitwurfübungen" haben sich bezahlt gemacht. Kurze Zeit später kann ich seinen ersten Ostseefisch, einen schönen Dorsch von 50 cm, sicher landen. Anschließend bekomme ich 2 Hornhechte, die auch an den Fischgalgen landen. Kurze Zeit später wechselt dann Andrè wieder mit Flori die Watbüx. Jetzt steht Flori neben mir im Wasser und befördert mit allem Einsatz seinen Blinker Richtung Schweden! Sofort ist auch bei ihm die Rute krumm und wir können einen schönen Dorsch von 42 cm landen. Inzwischen ist es schon 22:20 Uhr und recht dunkel geworden. Plötzlich hat Flori auf halber Wurfdistanz wieder einen Biß. Es folgen heftige Schüttelbewegungen. Sollte das etwa.....? Genau! Ein silberner Leib zeigt sich vor dem Kescher. Die Anspannung ist riesengroß. Doch mit viel Gefühl umschließen die Keschermaschen den Fisch. Ein kräftiges "Juhu" entfährt unseren Kehlen. Der erste Ostseeeinsatz für Flori und dann gleich eine Meerforelle. Besser kann es nicht laufen. Am Strand vermessen wir den Fisch. Er ist prall, silberblank und 46 cm groß. Ein toller Fang für den 14 jährigen. Anschließend hat er irgendwie so ein "Dauergrinsen" im Gesicht. Auch uns geht es nicht anders. So soll`s sein. Eigentlich wollten wir die Nacht am Strand verbringen, habe ich doch für Einmalgrills, Fleisch und Würstchen gesorgt. Aber wir beschließen das Camp abzubrechen und zur Unterkunft zurück zu kehren. Zuvor genießen die Beiden aber noch einen großen Teller von meinem mitgebrachten Eintopf. Der Gesichtsausdruck bekundete mir ihre wohlwollende Zustimmung zu diesem "Abendmahl"! Gegen 00:30 Uhr kommen wir an der Unterkunft der Beiden an. Hier schweißt Andrè noch die gefangenen Fische ein. Gesäubert und ausgenommen habe ich die Fische den Beiden bereits am Strand. Als die Fische in der Tiefkühltruhe liegen, beratschlagen wir den weiteren Ablauf. Einstimmig beschließen wir gegen 03:00 Uhr erneut an den Strand zu fahren. Getreu dem Motto: "Nur der Köder im Wasser fängt den Fisch"! In der Zwischenzeit gebe ich Andrè noch einige Infos bezüglich erfolgsversprechender Stellen von Kiel bis Rügen! Flori hat sich kurz in die Wagerechte begeben und träumt schon von seiner ersten Ostsee-Meerforelle. Um 03:00 Uhr brechen wir dann wieder auf. Gegen 03:45 Uhr stehen erst Andrè und ich im Wasser. Andrè hat auch sofort Fischkontakt, verliert den Fisch aber wieder. Kurz darauf hat er wieder einen Biß, aber die geringe Gegenwehr läßt eher auf ein kleineren Ostseebewohner schließen. Und so ist es auch. Ein kleiner Dorsch kommt vor unsere Füße. Ich lande ihn per Handgriff und löse vorsichtig den Haken. Mit den besten Wünschen setzen wir ihn zurück. Dann ist Flori wieder an der Reihe. Ausdauernd steht er neben mir und befördert den Blinker immer wieder auf "rekordverdächtige" Weiten. Zwischenzeitlich kann ich noch zwei Hornhechte landen. Plötzlich gibt es einen häftigen Ruck in meiner Rute und nach kurzem Drill liegt ein 53 -er Dorsch im Kescher. Er bildet auch den Abschluß unseres bunten Fischreigens. Gegen 06:00 Uhr kehren wir zu den Autos zurück und fahren zur Unterkunft. Hier erwartet uns ein leckeres Frühstück. Vom Gastwirt persönlich angerichtet. Genüsslich trinken wir den Kaffee und verspeisen die Brötchen samt Frühstücksei. Anschließend verabschiede ich mich von Flori, denn der Junge ist hundemüde und braucht erst mal ne Mütze Schlaf. Andrè und ich fahren noch mal zur Küste, denn ich möchte ihm vor Ort noch zwei tolle Stellen für die Frühjahrsfischerei auf Meerforelle zeigen. Gegen 10:45 Uhr verabschieden wir uns dann auch und Andrè bekundet mir noch einmal seine vollste Zufriedenheit über dieses Guiding. Mir bleibt nur das Fazit: Ein tolles Guiding mit tollen Jungs. So soll`s sein! Und zufriedene Gäste sind die besten Kunden! In diesem Sinne allen ein kräftiges "Petri Heil"!

 

 

 

25.03.2007

Begegnung mit Heringsfresser

Es ist Sonntag der 25. März 2007. Erbarmungslos klingelt mich der Wecker um 06:00 Uhr aus den schönsten „Fang“-Träumen. Aber ich wollte es ja nicht anders haben. Mit dieser Einstellung bin ich nicht alleine, denn Jörg und Mayk sind auch mit von der Partie. Um 08:00 Uhr haben wir uns verabredet. Wir treffen uns auch fast pünktlich am Wasser. Kurzer Schnack und dann ab in die Klamotten. Klärchen grinst uns schon vom strahlend blauen Himmel entgegen. Ob sie uns sagen will, dass heute der Tag der Meerforellen ist? Nachdem alles startklar gemacht ist,

stiefeln wir zum Wasser. Wir haben uns, nach ausgiebigen Studium der Tiefenkarte, für einen Küstenabschnitt in der Wismarer Bucht entschieden. Nach gut 10 Minuten Fußmarsch stiefeln wir voller Elan ins kühle Nass. Mayk geht rechts von mir ins Wasser und Jörg montiert an Land noch schnell seine Rute. Ich bin gerade 20m ins Wasser gegangen, als ich fast einen Schock bekommen. Nein, keine „Riesenmeefo“, sondern Wassereinbruch in der Wathose. Ein kleines Loch kurz über dem linken Stiefelansatz. Vor Wut brodelt es in mir. Und das aus gutem Grund, habe ich doch die Wathose erst ganze 8 Tage in meinem Besitz. Es ist der dritten Einsatz in dieser Wathose. Wo ist bloß die Qualität von früher geblieben. Zähneknirschend verlasse ich das „kühle“ Nass wieder. Jörg ging gleich mal zu Mayk um ihn zu fragen, ob er eventuell Flickzeug dabei hätte. Hatte er leider nicht, aber er bot mir seine Ersatzwathose an. Mayk hatte die Hose im Schrittbereich gerade neu geklebt und zusätzlich noch von innen mit „Panzertape“ beklebt. Ich nahm das Angebot bereitwillig an. Erstens bestand so für mich die Gelegenheit doch noch zu angeln und zweitens konnte ich so für Mayk die „Dichteprüfung“ unternehmen. Ich ging also im Eilschritt zu den Autos und wechselte die Wathose. Frohen Mutes stiefelte ich anschließend wieder zu den Jungs. Schnell rein ins Wasser und ab mit dem Snap zum Horizont. Das war dank des leicht ablandigen Windes, der BALZER Magna Matrix Rute, der Shimano Twin Power 5000 FA Rolle und der 0,15mm Fireline auch kein Problem. Jörg sagte mir noch, dass er kurz zuvor einen Nachläufer gehabt hätte. Der Ehrgeiz war voll entbrannt. Nach etwa 1,5 Stunden, es war inzwischen schon 11:30 Uhr, gingen wir erst mal wieder zum Strand. Dort stellte ich fest, das die „Dichteprüfung“ leider negativ ausfiel. Es war doch recht feucht im Schritt. An dieser Stelle bitte keine falschen Schlussfolgerungen!!! Wir verdrückten erst mal ein Brötchen und genossen eine Tasse Tee. Frisch gestärkt und nach einem ausgiebigen Gespräch auch wieder voll motiviert ging es um 12:45 Uhr wieder ins Wasser. Wir waren zuvor noch gut 300m weiter den Strand entlang gegangen. Bisher hatte ich es die ganze Zeit mit Köder in Naturfarben versucht. Jetzt sollte mal etwas Abwechslung in die Farbpalette kommen. Ich montierte also einen 30 gr. Snap in rot/schwarz und schickte ihn mit einem kräftigen Wurf auf Reisen. Auch Jörg hatte inzwischen auf diesen Köder, allerdings in 25 gr., gewechselt. Nach fünf weiteren Würfen hatte ich plötzlich einen guten Biß. Ich rief zu Jörg rüber „Fiiiisch“!!! Meiner Meinung nach musste es sich um eine ca. 50 – 55 cm große Meerforelle handeln. Die Gegenwehr war nicht zu stark. Doch dann geschah etwas, das uns den Atem anhalten ließ. Als der Fisch noch gut 15 m vor mir war, wurde die Rute schlagartig krumm, die Rollenbremse sang ein surrendes Lied und eine große Meerforelle schraubte sich aus dem Wasser.

 

Sofort entfuhren meinem Mund Stoßgebete an den Herrn. Jetzt begann erst der eigentliche Drill des Fisches. Mehrfach katapultierte sich die silberne Schönheit in ganzer Länge aus dem Wasser. Immer wieder begleitet von starken Fluchten und der kreischenden Bremse meiner Rolle. Als der Fisch vor dem Kescher erschien, stockte mir der Atem.

Geistesgegenwärtig schloß ich meine Beine, denn die Meerforelle schoß direkt an meinen Füßen vorbei. Ich drehte mich um 180 ° und setzte den Drill fort. Nach gut 15 bangen und endlosen Minuten gelang mir gleich der erste Kescherversuch.

Jörg hatte schon längst seinen Fotoapparat zur Hand genommen und hatte den Drill in Bildern festgehalten. Als die Keschermaschen sich um den gewaltigen Leib schlossen, entfuhr meiner Kehle ein lauter Jubelschrei.

 

Der Herr hatte mich erhört und mich siegreich aus diesem Duell hervorgehen lassen. Gemeinsam gingen Jörg und ich ans Ufer. Auch Mayk war das Szenario nicht entgangen und auch er kam zum Strand. Nachdem ich den Fisch versorgt hatte wurde das Maßband angelegt. 74 cm pures Ostseesilber lag vor uns.

  

Wir schauten uns an und grinsten um die Wette. Die „Petri Heil“ Glückwünsche nahm ich gerne entgegen. Dann setzte ich mich erst mal auf einen Stein und genoss den Fang.

Jörg und Mayk waren schon wieder im Wasser. Es dauerte keine fünf Minuten und die Rute von Mayk wurde mit brachialer Gewalt auf die Wasseroberfläche gerissen. Die Rollenbremse schrie auf und in einer Entfernung von gut 20 m vor ihm schraubte sich eine wahre „Monsterforelle“ aus dem Wasser. Doch dann geschah etwas, was sich keiner in dieser Situation wünscht, der Fisch stieg aus. Dieser Fisch hätte die 80 cm Grenze locker geknackt! Die riesengroße Enttäuschung stand Mayk ins Gesicht geschrieben. Auch dieser Fisch hatte auf einen 25 gr. Snap in rot/schwarz gebissen. Kurz darauf konnte Jörg noch eine Meerforelle von 46 cm landen.

Sicherlich ein schöner Fisch, aber die Freude wurde durch das gerade Geschehene doch getrübt. Kurze Zeit später verließ uns Mayk, denn er musste die Heimreise antreten. Nachdem Jörg und ich noch gut eine Stunde ohne weiteren Kontakt weiter gefischt hatten, beschlossen wir diese Tour zu beenden. Die Fische wurden noch ausgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass die 74-er Meefo den Magen bis auf fünf kleine Stichlinge, leer hatte. Der Mageninhalt der 46-er Meefo ergab viele Flohkrebse und einen Tangläufer. Am Auto angekommen verstauten wir unser Geschirr und verabschiedeten uns.

An dieser Stelle möchte ich Jörg für seine tollen Fotos danken und Mayk für seine Hilfsbereitschaft bezüglich der geliehenen Wathose. Ich hätte dieses Erlebnis sonst nicht gehabt. Und Kopf hoch Mayk. Auch du bekommst noch mal den „Fisch des Lebens“!

 

 

08.04.2006

Juhu es ist vollbracht!

Aber mal er Reihe nach. Zu einer sehr frühen Stunde bimmelte gestern (08.04.) mein Wecker. Schlaftrunkend in die Klamotten, Angelsachen verpackt und ab Richtung Küste. Die meiste Zeit über klopften die Regentropfen gegen die Windschutzscheibe. Na super, dachte ich so bei mir. Etwa 20 km vor dem Ziel eine Straßenbaustelle mit roter Ampel. Na gut. 3 Minuten warten. Und was soll ich sagen, es kamen noch weitere 4, also insgesamt 5 Straßenbaustellen mit Ampel auf gut 15 km Strecke. Gegen 07.00 Uhr bin ich dann endlich am Wasser angekommen. Schnell in die Watbüx geschlüpft und die Rute geschnappt. Und los ging es zum Wasser. Als ich dort ankomme, glaube ich ich schlafe noch und träume nur schlecht. Es stehen bereits 9 Angler im Wasser! Alle rechts vom Abgang zum Strand. Ne dachte ich mir. In diese Richtung gehst du nicht auch noch. Ich fischte also zur linken Seite weg. Begonnen habe ich gleich am Abstieg. Der Regen hatte auch aufgehört und der Wind bließ mit Stärke 3 aus West. Also leichter Seitenwind. Nach 10 Minuten verspürte ich weit draußen einen Zupfer. Kurz durchsacken lassen und wieder ankurbeln. Nichts! Also weiter gekurbelt. Etwa 7 m vor mir gab es einen Schlag in der Rute und einen großen Wasserschwall. Aber leider war`s das dann auch schon. Mist, dachte ich so bei mir, dass fängt ja schon wieder gut an. Aber immerhin war Fisch da. Dann passierte eine Weile nichts. Gefischt habe ich zu diesem Zeitpunkt einen Hansen Flash mit einer Springerfliege. Gegen 10:10 Uhr dann ein erneuter Schlag in der Rute. Der Fisch zog mächtig am anderen Ende. Nur langsam konnte ich Schnur gewinnen. Etwa 15 m vor mir sah ich eine große Flosse an der Oberfläche. War das die Rückenflosse? Das mußte ja ne Granate von Meefo sein. Als ich sie in Reichweite des Keschers hatte kam sie an die Oberfläche. Freude und Enttäuschung hielten sich die Waage. Freude über die Meefo und Enttäuschung darüber, dass der Fisch an der Oberseite der Schwanzwurzel gehackt war. Vermutlich, so meine These, wollte sie nach dem Springer schnappen und hat sich dabei selbst gehackt. Aber egal. Ein schöner Fisch von 52 cm lag vor mir im Kescher. Zeit wurde es aber auch. Nach dem Versorgen der Meefo stiefelte ich wieder ins Wasser. Aber lange Zeit tat sich nichts mehr. Gegen 12:00 Uhr verließ ich das Wasser um meine "Mittagspause" bei lecker Brötchen und Wasser zu genießen. Gegen 13:00 setzte ich die Fischerei fort. Doch so recht konnte ich mich nicht darauf konzentrieren, denn mein Augenmerk galt einem Fischkutter, der gerade vor uns die Netze auslegte. Und der Hammer war der, das zur Seeseite auf einer Entfernung von 300 m eine Fahne gesetzt wurde und der Kutter dann Richtung Ufer fuhr und seine Netze auslegte. Das Ende, versehen mit einem Gewicht, wurde kurzer Hand etwa 100 m vor uns ins Wasser gesengt. Natürlich ohne eine Fahne. Diese Aktion ist doch mehr als Fragwürdig. Also verließ ich wieder das Wasser. Der Wind hatte auch stark zugenommen, so das eine gute Fischerei schlecht möglich war. Obwohl ich zu der Zeit schon auf einen 30 gr. Snap in grün/silber gewechselt hatte. Als gegen 14:20 Uhr der Wind wieder etwas nachließ, stiefelte ich den Strand wieder nach links entlang und nach etwa 400 m ins Wasser. 1. Wurf gegen den schräg auflandigen Wind gemacht und schon gab es einen Ruck in der Rute. Geil, dachte ich so bei mir. Der Fisch wehrte sich auch nicht zu stark, so daß ich ihn nach gut 2 Minuten keschern konnte. Wow, eine schöne 59 cm große Meefo lag vor mir. Ich war stolz wie Bolle! Den Fisch versorgt und zurück ins Wasser. Weitere Würfe brachten erst mal nicht mehr. Ich watete langsam wieder zum Abstieg, als ich plötzlich wieder einen harten Schlag in der Rute verspürte. Dieser Drill dauerte schon länger, denn mein Widersacher setzte sich ordentlich zur Wehr. Aber das Glück (Können?) war auf meiner Seite und so konnten meine Keschermaschen kurze Zeit später einen Silberbarren von 62 cm umfangen. Als auch dieser Fisch versorgt war, gesellte sich ein Angler zu mir. Er hatte den ganzen Tag noch keinen Fisch bekommen. Nach einem kurzen Gespräch beschloß ich ihn bei seinem "Fangglück" zu unterstützen. Was jetzt folgte ist einfach unglaublich. Er warf seinen Blinker aus und hatte sofort Fischkontakt. Noch während seines Drill, verneigte sich auch meine Rute wieder. Einfach toll so ein Doppeldrill. Er hatte seinen Fisch schon gekeschert. Ein gut 50 cm großes Tier. Meine war deutlich kleiner, eventuell knapp 45 cm. Aber gemessen habe ich sie nicht, denn noch im Wasser löste ich den Haken und die silberne Schönheit verschwand in den Fluten der See. Aber das Spektakel sollte noch weiter gehen. Der andere Angler hatte inzwischen seinen Fisch versorgt und warf erneut aus. Rums!!! Seine Rute war wieder krum. Nach der erfolgreichen Landung eines etwa gleich großen Fisches, versorgte er auch diesen. In dem Moment bekam ich einen mächtigen Schlag in der Rute und die Rollenbremse sang gequählt das Lied von den laufenden Metern. Leider stieg dieser zweifelsohne große Fisch kurz darauf aus. Aber was soll`s. Sowas kann man dann verschmerzen. Doch es kam noch dicker. Der andere Angler ging wieder ins Wasser, warf aus und..... Rums!!!! Also wenn ich es nicht selbst erlebt hätte!!! Und auch diesen Fisch konnte er erfolgreich landen. Eine schöne Meefo von 58 cm. Die Freude über diese Sensation, denn von einer solchen kann man angesichts der Tatsachen wohl sprechen, stand ihm im Gesicht geschrieben. Nachdem wir uns beide gegenseitig beglückwünschten und noch mal kräftig um die Wette grinsten, verließen wir den Tatort des Geschehen. Allerdings nicht, um noch mal zurück zu blicken auf den Strand unserer Träume!

    

 

 

10.04. 2004

Tage gibt es

Es gibt Tage, an die erinnert man sich wohl sein ganzes Leben lang. Einen solchen Tag habe ich am 10.04.2004 erlebt. Alles begann mit einer Verabredung zu einer gemeinsamen "Silbertour" mit Jörg an der Küste Schleswig Holsteins. Eigentlich wollten wir es auf Fehmarn probieren, denn dieser Insel habe ich bisher noch keinen Besuch abgestattet.
Mit einem Begleiter, wie Jörg es einer ist, sollte es ja eigentlich klappen. Doch am Vorabend klingelte bei mir das Telefon und Jörg teilte mir mit, dass auf Grund von Kaltströmungen um Fehmarn ein Fangerfolg dort sehr fraglich sei. Er schlug einen Strand an der Küste Ost-Holsteins vor. Nun ja. Sollte mir auch recht sein, denn ich hatte vollstes Vertrauen in seine Prognosen. Gegen 07.30 Uhr trafen wir uns am vereinbarten Platz und nach einer kurzen Fachsimpelei starteten wir unser Vorhaben. Die erste Stelle lag bei einem kleinen Steinriff. Nach zehn Minuten hatte ich bereits den ersten Hansen Flash verloren…
Nach weiteren 20 Minuten führten wir einen Stellenwechsel durch. Jörg stand bereits im Wasser und ich knotete noch meinen grün-weißen Gladsax-Wobbler in 27 Gramm an die Schnur. Als diese Prozedur erledigt war, schickte ich den Köder in Richtung Osten! Diesen Köder wählte ich aus zwei Gründen: Erstens ließ er sich hervorragen bei dem Seitenwind werfen und zweitens imitierte er perfekt einen Sandaal. Nachdem der Köder ins Wasser tauchte, begann ich langsam mit dem Einholen. Dabei watete ich langsam weiter.
Plötzlich gab es einen Ruck in der Rute. „Fischkontakt!“, rief ich Jörg zu. Der Biss kam etwa 60 Meter von mir entfernt. Nach knapp zwei Minuten hatte ich den (offenbar nicht so sehr großen) Fisch schon bis auf zehn Meter heran gedrillt. Doch was dann geschah, ließ uns den Atem stocken: Eine gewaltige Meerforelle schraubte sich mit einem sagenhaften Sprung aus dem Wasser. In den folgenden Minuten wiederholte sich dieses Szenario wohl noch zehnmal! Innerlich bat ich den Herrn, siegreich aus diesem Duell hervorzugehen. Jörg schaute gebannt diesem einzigartigen Schauspiel zu. Der Herr hatte schließlich ein Einsehen mit mir und gleich der erste Kescherversuch glückte. Der Stein, der mir in diesem Moment vom Herzen viel, war ein Felsblock…
Jörg holte eilig seine Kamera und nach dem wir den Fisch gemessen und gewogen hatten, wurde die Meerforelle auf den Bildern verewigt. Die beeindruckenden Daten dieser silbernen Schönheit waren: 74 Zentimeter und 10,2 Pfund!
An dieser Stelle möchte ich Jörg für seine absolut professionelle Begleitung danken. So ist es eben manchmal: Man begibt sich in den "goldenen Westen" und erntet ausgiebig "Silber!“

 

    

                                                  

 

Frühjahr / Herbst 2000

Die 2. Chance!!!

 

Es ist ein windiger Novembertag im Jahr 2000, als ich gegen 08:00 Uhr am Stand von Boltenhagen eintreffe. Ich lasse meinen Blick über das bewegte Wasser schweifen und versinke in Erinnerungen. Hier ist der Ort des Geschehens, den ich so schnell nicht vergessen werde. Es war im Frühjahr des gleichen Jahres. Das Wetter war ähnlich dem heutigen. Ein paar Stellen hatte ich schon erfolglos mit meinem Hansen Flash abgesucht. An einer weiteren verheißungsvollen Stelle watete ich ins Wasser und suchte einen Stein um von dort aus die Stelle zu befischen. Nachdem ich einen Stein bestiegen hatte, begann ich systematisch die Stelle durch fächerartige Würfe zu befischen. Plötzlich gab es einen heftigen Schlag in meiner Rute und die Rollenbremse sang ein surrendes Lied. Mir war sofort klar, dass es sich bei dem Fisch um eine große Meerforelle handeln musste. Die Gegenwehr war einfach gewaltig. Nur mit viel Mühe konnte ich den Fisch halten. Langsam gewann ich wieder ein paar Meter Schnur. Nur mit Pumpbewegungen war es mir überhaupt möglich den Fisch näher zu bringen. Nach gut 10 Minuten sah ich die Meerforelle das erste mal vor mir. Ihr Rücken durchschnitt die Wasseroberfläche. Ich bekam einen Schreck. Das konnte doch nicht wahr sein. Wie sollte ich diesen gewaltigen Fisch nur in den viel zu kleinen Kescher bekommen? Die ersten beiden Kescherversuche schlugen auch fehl. Beim dritten Versuch bugsierte ich den Fisch genau über den Kescher und hob ihn an. Doch was dann geschah, trieb mir doch die Tränen in die Augen. Der Fisch sackte in den Kescher, aber die noch außen liegenden Haken des Drillings verfingen sich in den Maschen am Kescherrand. Mit einer brachialen Gewalt schüttelte sich die große Meerforelle und verlor so den Hakenschenkel den sie noch im Maulwinkel hatte. Durch die gewaltigen Bewegungen riss mir der Fisch den Kescher unter Wasser und konnte so noch den Maschen entfliehen. Ein lauter Wortschrei mit „sch...“ durchfuhr meiner Kehle. Ich stieg vom Stein, nicht ohne dabei auch noch zu straucheln und mir nasse Arme zu holen. Dennoch hatte der Tag noch einen versöhnlichen Ausklang in Form von zwei Meerforellen. Diese waren 47 und 55cm groß. Ja und nun stand ich im Herbst also wieder unweit des Ortes, an dem ich die große Meerforelle verloren hatte. Zwischenzeitlich hatte ich mir auch einen geräumigen Watkescher zugelegt. Ich ging also voller Hoffnung ins Wasser und warf meinen Hansen Flash aus.

Und dann geschah die unglaubliche Geschichte.

Das Szenarion vom Frühjahr wiederholte sich erneut.

Allerdings mit einen Unterschied. Das Ende des Drills wurde durch einen lauten Jubelschrei besiegelt. Am Strand legte ich das Bandmass an und konnte es kaum glauben. 84 cm pures Ostseesilber lagen vor mir. Die Waage zeigte später 12,5 Pfund an.

Ein unvergesslicher Tag. Zweifelsfrei. In mir kam aber doch eine Frage auf.

Gibt es doch Wunder???

 

 

 

 

 

Rolf Hehmke